Erzbischof Ludwig Schick drückt aus, was nicht nur viele Menschen rund um den Domberg meinen: "Wir brauchen unseren Prälaten noch", erklärt Schick nachdrücklich und hat sicher die besten Glückwünsche für Hans Wich parat.

Der im ganzen Erzbistum Bamberg beliebte Priester begeht heute seinen 85. Geburtstag - bei geistiger Frische und nur ein wenig körperlich beeinträchtigt nach einem leichten Schlaganfall im Oktober. "Ich bin zufrieden und wünsche mir, dass ich so weitermachen kann, wie ich es möchte", sagt der Jubilar selbst.

Für seinen Humor bekannt

Wich wurde im heutigen Stadtteil Bamberg-Bug geboren. Ihn liebevoll einen "Hans Dampf in allen Gassen" zu nennen, wird vor allem seinem Lebenslauf und seinen umfassenden Ämtern gerecht, die er teilweise noch ausübt.
Und seinem sprichwörtlichen Humor, mit dem der so agile Gottesmann volle Bierzelte unterhalten kann. Stets ist er zu Scherz und Witz aufgelegt, bei aller gebotenen Ernsthaftigkeit, die sein tiefer Glauben mit sich bringt.

Und seine leidenschaftliche Marienverehrung, die ihn allein 25 Mal in den Wallfahrtsort Lourdes geführt hat. "Natürlich war ich auch einige Male in Fatima, Altötting und Rom", plaudert Wich weiter.

Seine Gabe, auf Menschen zuzugehen und Gespräche anzubahnen, trägt Früchte. So feiert er Fasching mit, geht zu Fußballspielen. Sein offenes Naturell machte es ihm zum Beispiel leicht, als er in der "absoluten Diaspora" Kulmbach in den 1960er Jahren Pfarrer war, Kontakte zu evangelischen Christen zu knüpfen.

Gern erinnert sich Wich daran, dass er "der erste katholische Pfarrer seit Martin Luther" war, der 1969 in der evangelischen St. Petri-Kirche einen ökumenischen Gottesdienst feierte. Seite an Seite seien damals die Pfarrer beider Konfessionen in die Kirche eingezogen: "Das war für Kulmbach eine Besonderheit."

Schon in jungen Jahren verspürte er seine Berufung für das Priesteramt. "Ich habe meine Entscheidung nie bereut", bekennt der Jubilar, "ich bin in diesem Jahr 60 Jahre Priester und würde mich immer wieder für diesen Beruf entscheiden." Am 25. Juli 1954 wurde er zum Priester geweiht.

Seine Kaplanszeit verbrachte Wich in Burgebrach, Geiselwind wurde 1963 seine erste Pfarrstelle. Erzbischof Elmar Maria Kredel ernannte ihn 1982 zum Domkapitular. Wich wurde Direktor der Erzbischöflichen Kanzlei, Sekretär des Metropolitankapitels, Männerseelsorger, Ordensreferent, Vorsitzender des Priestervereins der Erzdiözese, Ordinariatskanzler. Papst Johannes Paul II. verlieh ihm 1987 den Titel des Päpstlichen Ehrenprälaten.

Auch das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse (2002) fehlt nicht unter seinen Auszeichnungen.
Am meisten gefreut hat sich Hans Wich aber über die Kür zum "Sportprälaten" durch die Deutsche Jugendkraft (DJK) im Erzbistum, der er seit 2008 als Ehrenpräses verbunden bleibt. Schon seit 1972 war er der Geistliche Beirat der DJK. Kein Sportfest und kein Vereinsjubiläum fanden ohne ihn und seine Gottesdienste statt. Praktisch jeden Sonntag war er zudem im Erzbistum unterwegs: etwa, um Orgeln und Glocken zu weihen. Das tat er in seiner aktiven Laufbahn genau 100 beziehungsweise 66 Mal.

Weitere Aufgaben wuchsen ihm zu, einige erfüllt er noch heute. So wirkt Hans Wich selbst im offiziellen Ruhestand als Diözesanrichter am Erzbischöflichen Offizialat, als Geistlicher Beirat der Mesnervereinigung, der Bamberger Krippenfreunde und der Marianischen Herren- und Bürgersodalität sowie als Diözesan-Ehrenpräses der Männergemeinschaften.

Und natürlich feiert er täglich den Gottesdienst: An den Werktagen etwa ist Prälat Wich in der Kapitelsmesse um 8 Uhr im Dom treuer Konzelebrant.

Priesterjubiläum ist ihm wichtiger

Seinen 85. Geburtstag möchte er eigentlich nur im kleinen Kreis begehen. "Wer gratulieren will, bekommt einen Sekt", stellt sich das Geburtstagskind aber auch auf unverhoffte Besucher ein. Richtig feiern will Hans Wich jedoch sein 60. Priesterjubiläum. Am 20. Juli wird es aus diesem Anlass mit seinen noch lebenden vier Kurskollegen im Dom einen Festgottesdienst und anschließenden Empfang geben.