Bamberg
Heimatpflege

Hanns Steinhorst scheidet nicht im Zorn

Hanns Steinhorst (70), seit sechs Jahren ehrenamtlicher Stadtheimatpfleger in Bamberg, hört Ende 2011 auf. Auch wenn sein Einsatz nicht immer den gewünschten Erfolg hatte, überwog bei ihm stets die Freude an der Aufgabe. Die Stadt sucht bereits eine Frau oder einen Mann als Kollege für Heimatpfleger Ekkehard Arnetzl (48), der im Amt bleibt.
Foto: Ronald Rinklef
Bis 31. Dezember will er noch mit Leib und Seele einer der beiden Bamberger Stadtheimatpfleger sein. Dann ist Hanns Steinhorst fast 71 Jahre und wünscht sich wieder mehr Zeit für andere Dinge im Leben. Denn das Ehrenamt, das er vor sechs Jahren übernommen hat, wurde zum Halbtags-Job. Seinen Zeitaufwand gibt er in einem FT-Gespräch über Freud und Leid eines Stadtheimatpflegers im Weltkulturerbe Bamberg mit rund 20 Stunden pro Woche an.

"Das war absolute Lust!" versichert Steinhorst über das Ehrenamt, in dem ihm Enttäuschungen nicht erspart geblieben sind. Wer auch immer ihm nachfolgen wird, soll wissen, dass man in dieser Position auch einiges aushalten muss. Zum Beispiel, dass mit viel Aufwand erarbeitete Stellungnahmen in den Wind geschlagen und Denkmäler abgerissen werden, wie eines der Schleusenwärterhäuschen auf der Erba-Insel.

Trotzdem ist sein vorläufiger Blick zurück nicht von Zorn geprägt. Viel Lob erteilt er den Menschen, die im Weltkulturerbe Bamberg leben. Ihre Heimatverbundenheit und das Maß, in dem sie sich mit Bamberg identifizieren, freut und erstaunt ihn immer wieder. Die Liebe zu Bamberg spürte er vor allem bei Führungen, von denen Steinhorst insgesamt über 150 angeboten hat. Fast immer kamen viel mehr Leute, als von ihm erwartet: "Da bin ich schon manchmal stolz auf unsere Bamberger!"

Bei den Stadträten hätte er sich mehr Konsequenz erwartet. Steinhorst wünscht sich "immer noch einen Stadtrat, der keine Denkmal geschützten Gebäude mehr abreißt"! Wenn die Stadt "zu recht" von ihren Bürgern verlange, dass sie ihre historischen Häuser bewahren und sanieren, dürfe sie selbst nicht anders entscheiden, betont der 70-Jährige. Und fügt hinzu: "Auch nicht für die Sparkasse", auch nicht für das von dieser geplante "Quartier an der Stadtmauer". Nach dem aktuellen Planungsstand müssten auch unter Denkmalschutz stehende Häuser weichen, wenn das Einzehandelsprojekt verwirklicht wird.


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