Bamberg
Eröffnung

Häckermuseum erstrahlt in neuem Glanz

Das Bamberger Gärtner- und Häckermuseum ist technisch nun auf dem neuesten Stand. Mit rund 500 Gästen wurde es feierlich eröffnet. Rechtzeitig zur Landesgartenschau bietet die Einrichtung einen umfassenden Einblick in die Garten- und Gemüseanbau-Tradition an der Regnitz.
Mit Pankraz Deuber blickt ein waschechter Vertreter seiner Zunft aus Bambergs renovierten Gärtner- und Häckermuseum. Fotos: Ronald Rinklef
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"Des alde Gehudsch g'hört wech!" hörte Werner Hipelius Anfang der 70er Jahre oft. Das "alde Gehudsch" war ein damals etwas vernachlässigtes einstöckiges Haus mit gelber Mauer, grünen Fensterläden, einem breiten grünen Eingangstor und einem markanten hohen Ziegeldach. Es handelte sich um das Anwesen Mittelstraße 34 im Bamberger Gärtnerviertel, und vor rund 40 Jahren stand sein Abriss zur Disposition. "Es war ein Glücksgriff, dass der Stadtrat damals entschieden hat, das Haus zu erhalten", meint Hipelius, damals junger Stadtrat, heute Bürgermeister und Kulturreferent der Stadt Bamberg, in seiner Festansprache. Denn seit 1979 beherbergt das schmucke Häuschen das einzige Museum Deutschlands, das Leben und Arbeit der Gärtner dokumentiert.

Nicht mehr zeitgemäß

Allerdings blieb vieles in dem Gärtnerhaus mit angegliedertem Garten jahrzehntelang unverändert und war zuletzt nicht mehr zeitgemäß. "Wir mussten das Anwesen aus seinem Dornröschenschlaf erwecken", erklärt Pankraz Deuber, Vorsitzender des Vereins Gärtner- und Häckermuseum. "Jetzt gibt es mehr Information, Filme, Audio-Guides und ein Depot für Exponate." Denn im Laufe der Zeit hätten sich viele Dubletten angesammelt, die Besucher hätten vor lauter Ausstellungsstücken zu wenig Platz gehabt.

Das Inventar wurde museumspädagogisch aufgearbeitet, um das Museum auch für Schulklassen attraktiver zu machen. Mit den Schautafeln und Audio-Guides auf Englisch ist das Gärtner- und Häckermuseum auch für ausländische Touristen interessant. Der Garten ist jetzt mit einem Rundweg ausgestattet und für Rollstühle befahrbar. Die Umbauarbeiten dauerten ein Dreivierteljahr und kosteten rund 400 000 Euro. An der Finanzierung beteiligten sich unter anderem Bundesverkehrsministerium, UNESCO-Stiftung, Oberfranken-Stiftung, das Bayerische Wissenschaftsministerium und der Museumsverein.

Bescheidenes Schlafgemach

Tatsächlich ist das neue Gärtner- und Häckermuseum, das nun durch ein Schild an der Tür deutlich erkennbar ist, äußerst einladend. Ein Raum beherbergt große Heiligenstatuen, auf der anderen Seite liegt das bescheidene, aber gemütliche Schlafgemach der Gärtner. Im Obergeschoss, direkt unter dem hohen Dach, sind die Arbeitsgeräte der Bamberger "Häcker" ausgestellt. An Bildschirmen kann man sich ansehen, wie ein Gärtner mit einer Hacke ein Beet umgräbt. Rund 500 Besucher kamen zur feierlichen Neueröffnung des Gärtner- und Häckermuseums und drängten sich neugierig in dem neu gestalteten Gärtnerhäuschen.