"Im Augenblick sehe ich nicht das große Problem bei der Sozialdemokratie und der Linken (...), sondern bei den Grünen", sagte der ehemalige Linken-Fraktionschef am Freitag in Bamberg. Die Grünen seien voll auf einem Kurs Richtung Union. Eine Kooperation sei aber nötig im Kampf gegen Rechtspopulismus. "Wenn wir die AfD überflüssig machen wollen, müssen wir die Union in die Opposition schicken", meinte Gysi.

Bei Sahra Wagenknecht, seiner Nachfolgerin im Fraktionsvorsitz, war Gysi mit seinem Vorstoß für einen rot-rot-grünen Kanzlerkandidaten auf Ablehnung gestoßen. Auf dem Parteitag in Magdeburg Ende Mai nannte sie den Vorschlag "absurd". Gysi hatte nicht nur für einen gemeinsamen Kanzlerkandidaten plädiert, sondern auch der SPD und den Grünen vorgeschlagen, sich auf einen rot-rot-grünen Nachfolger für Bundespräsident Joachim Gauck zu einigen.