Im Gespräch mit unserer Zeitung macht Landesvorsitzender Dieter Janecek deutlich, dass man nach den langen Jahren der Opposition im Landtag nicht nur zweistellige Wahlergebnisse bei den Landtagswahlen 2013 anstrebt, sondern auch eine Regierungsbeteiligung. "Wir wollen in Bayern Verantwortung übernehmen," gibt sich Janecek selbstbewusst.

Gerade bei der Energiewende will man neue Akzente setzen. "Es geht um eine neue Orientierung, die Energiewende soll versorgungssicher, bezahlbar und dezentral sein, unabhängig von den großen Stromkonzernen. Das ist am besten mit uns Grünen zu machen." Konkret angestrebt werde deshalb eine Bündelung der Kompetenzen.



So wäre die Einrichtung eines eigenen Energieministeriums aus Sicht der Grünen besonders sinnvoll. Derzeit bestünden noch Konflikte beim Ausbau der Netze und den Speichern. Neue Akzente sollen auch im Bereich der Bildungspolitik gesetzt werden. Grüne Politik strebe kein Grundschul abitur an, keine frühe Selektion, sondern Bildung für alle. Für Studiengebühren ist bei derlei Vorstellungen natürlich kein Platz. Janecek rechnet sich für eine Koalition aus SPD, Grünen und Freien Wählern gute Chancen aus.
Weil sich die für die CSU bis vor kurzem positiven Meinungsumfragen auch wieder ändern könnten.

Habe sich die CSU bis vor kurzem noch in einem scheinbar stabilen Hoch befunden, dürfte die Stimmung nach dem jüngsten Skandal um den CSU-Pressesprecher wieder gekippt sein, ist der Chef der bayerischen Grünen zuversichtlich. Außerdem wirke die Politik der CSU wie getrieben. Jedes Mal, wenn die Opposition ein Thema präsentiere, sei die Union nur mit Abräumen beschäftigt. Ob das eine vertrauensvolle Grundlage für das Wahljahr 2013 sei, bleibe abzuwarten.

Dass die Piratenpartei den Grünen noch die Suppe bei den Landtagswahlen versalzen könnte, will Janecek auch nicht so recht glauben. Deren anfängliche Attraktivität hätte inzwischen doch arg gelitten.