Noch bis einschließlich 6. August informiert die Wanderausstellung "Klimawerkstatt - Umweltexperimente für Zukunftsforscher" im Nebengebäude des Landratsamtes Bamberg über Ursachen und Folgen des Klimawandels. Entwickelt von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt richtet sie sich an Schüler ab der fünften Klasse sowie an Erwachsene. Die Grünen blieben der Ausstellungseröffnung fern.

Die Bedeutung der Ausstellung unterstrichen dagegen Landrat Johann Kalb (CSU) und Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD). "Energie ist ein Lebensnerv in unserer Zeit und eine ganz wesentliche Voraussetzung für den Wohlstand in unserer Gesellschaft. Allerdings setzt die Energienutzung zum überwiegenden Teil noch immer Emissionen in nicht unerheblichen Umfang frei, die das Klima und somit unsere Zukunft nachhaltig beeinträchtigen können", erläuterte Kalb.
Daher sei es von großer Bedeutung, besonders im Hinblick auf die nachfolgenden Generationen, für einen verantwortungsvollen und schonenden Umgang mit den zur Verfügung stehenden Energieressourcen zu werben. Gerade Kinder und Jugendliche müssten für den Klimaschutz sensibilisiert werden. Die Ausstellung könne hierbei einen wichtigen Beitrag leisten.

Obwohl die Grünen aus Stadt und Landkreis Bamberg die Ausstellung prinzipiell begrüßen, boykottierten sie deren Eröffnung. Hintergrund für diese Entscheidung ist die jüngste Entwicklung des Waldnaturschutzgebietes Steigerwald, dessen Rechtsgrundlage vor kurzem von Landrat Kalb auf Betreiben der CSU-Staatsregierung außer Kraft gesetzt wurde.

"Die Klimaallianz wird unglaubwürdig, wenn sie als Alibi Ausstellungen anbietet, der Landrat aber gleichzeitig in Sachen Waldnaturschutzgebiet den Umweltgedanken mit Füßen tritt und es in Sachen Windkraft im Landkreis nicht vorangeht", kritisiert Kreisrat Andreas Lösche.

Seine Bamberger Stadtratskollegin Gertrud Leumer spricht von "einer Selbstherrlichkeit der CSU, deren willfähriges Instrument der neue Bamberger Landrat zu sein scheint". Es sei eine Unverfrorenheit, eine demokratisch entstandene und beschlossene Verordnung, die über mehr als drei Jahre gereift und unter Beteiligung und Abwägung aller Interessen erarbeitet worden sei, mit einem Handstreich zunichtezumachen, weil sich anscheinend Parteifreunde urplötzlich gestört fühlten. "Das ist Politik mit der Axt - gegen Natur und Gesetz", so Gertrud Leumer.

An acht Experimentierstationen mit insgesamt 24 interaktiven Elementen können die Ausstellungsbesucher auf Entdeckungstour gehen und die Zusammenhänge zwischen persönlichem Energieverbrauch, Kohlendioxid-Ausstoß und Klimawandel selbst erforschen. Großformatige Satellitenbilder eröffnen einen ungewohnten Blick auf die Erde und machen deutlich: Der Klimawandel ist ein globales Phänomen.