Stegaurach
Historie

Geschichten aus insgesamt 1200 Jahren

In Stegaurach liegt nun zum Jubiläumsjahr eine neue Ortschronik vor. Sie vereint Informationen und unterhaltsame Anekdoten.
Die Chronik zum Jubiläum 1200 Jahre Stegaurach Foto: Michael Gründel
Die Chronik zum Jubiläum 1200 Jahre Stegaurach Foto: Michael Gründel
Die Geschichte, wie Stegaurach in nur 39 Jahren um gleich 200 Jahre älter wurde, ist auch schon hier im Fränkischen Tag berichtet worden. Nun steht sie der neuen Ortschronik voran. Erzählt von dem, der selbst einen wesentlichen Anteil daran hat, dass die Gemeinde im Aurachtal in diesem Jahr ihr 1200-jähriges Bestehen feiern kann - und die Breitengüßbacher endlich wissen, warum sie heuer selbiges tun. Noch einmal berichtet Bürgermeister Siegfried Stengel, wie er der Urkunde auf die Spur kam, die schließlich im englischen Cambridge zutage gefördert wurde und in der geschrieben steht, dass einst ein gewisser Graf Egino und seine Gattin Ventilgard die Orte Uraha und Gusibah im Land der Slaven "mitsamt den Höfen, Gebäuden und Hausbediensteten, mitsamt den Ländereien, Wäldern, Feldern, Wiesen, dem Weideland, den Flüssen und herabströmenden Gewässern" dem Bistum Würzburg schenkten.
Doch die neue Ortschronik "Stegaurach, 1200 Jahre, 812 - 2012" (die letzte, von Josef Haas, erschien 1996 noch mit dem Untertitel "die 1000-jährige Gemeinde am Rande der Stadt") ist keine historisch-wissenschaftliche Abhandlung. Sie versucht vielmehr ein lebendiges Bild der Gemeinde zu zeichnen.
Und es hat sich einiges getan. In 1200 Jahren sowieso. Aber auch schon seit dem letzten Jubiläum. Und definierte die Haas-Chronik die Rolle Stegaurachs noch als "Gemeinde am Rande der Stadt", so sieht man sich jetzt in Stegaurach selbstbewusst als ältere Schwester Bambergs.
Neben historischen Ausflügen und Aufsätzen nimmt in der neuen Chronik, zusammengestellt von Bürgermeister Siegfried Stengel, das aktuelle Gemeindeleben breiten Raum ein. Dieses scheint vor allem auf zwei Säulen zu basieren: der Kirche und den Vereinen. Auf rund 50 Seiten ist den Vereinen des Ortes Gelegenheit gegeben, sich selbst ins rechte Licht zu rücken. Das reicht vom größten Ortsverein, der 1945 gegründeten Spielvereinigung (SpVgg) mit mehr als 900 Mitgliedern, bis zu weniger bekannten, wie den Bergkameraden oder dem Hilfsprojekt "Zukunft für Menschen in Südindien". In diesem Vereinsrahmen kommt beispielsweise aber auch die Jugendarbeit zu Wort. Eigene Kapitel sind der Bücherei und den Partnerschaften mit Onet le Château und Arundel gewidmet.

Eigenes Jubiläum


Noch mehr Raum als den Vereinen ist der Kirche gewidmet. Was auch daran liegt, dass die katholische Kirchengemeinde in diesem Jahr selbst ein Jubiläum feiert: Vor 250 Jahren wurde die Pfarrei Stegaurach selbstständig, zuvor war sie der Oberen Pfarre in Bamberg angegliedert. Dabei weist einer der in der Chronik dokumentierten, historisch belegten Namen darauf hin, dass es schon lange zuvor ein Gotteshaus in Stegaurach gegeben haben muss. 1315 wurde der Ort als Kirchenaurach erwähnt. Die Kirche im Ort hat aber noch mehr interessante Geschichten zu bieten. Zum Beispiel die des damals nicht unumstrittenen Neubaus der Pfarrkirche in den 1990er Jahren.
Und natürlich gehört auch die Geschichte der besonderen Beziehung der Gemeinde (nicht nur der kirchlichen) zu Luigi Padovese. In zahlreichen Anekdoten wird ein lebendiges Bild des lebensfrohen italienischen Kapuzinermönchs, des späteren Bischofs, der in der Türkei ermordet wurde, und des Ehrenbürgers von Stegaurach erzählt. Für viele Stegauracher war er einfach "unser Luigi". Da hat man es versäumt, ihn näher vorzustellen. Ein kleines Manko in dieser Chronik. Denn interessierte Gäste oder ein Stegauracher Bürgermeister, der das Buch vielleicht im Jahr 2111 als historische Quelle zur Hand nehmen wird, um die 1300-Jahre-Chronik zu verfassen, wird dann etwas Detektivarbeit leisten müssen. Doch bleibt Stegaurach ein Werk erhalten, das ein buntes Bild der Gemeinde zeichnet. Abgerundet durch historische Aufnahmen und aktuelle Fotos des neuen Stegaurach.
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