Denkmalschützer Christian Dümler hat tatsächlich etwas gefunden. Der Oberkonservator des Landesamts für Denkmalpflege war von der Stadt Bamberg mit der Aufgabe betraut worden, zu überprüfen, ob auf dem Gelände der Muna schützenswerte Bauwerke existieren. Dem kürzlich tagenden Konversionssenat stellte er die Ergebnisse vor.

Laut Dümler gibt es auf dem Gelände kein einziges Gebäude mit herausragenden architektonischen oder städtebaulichen Eigenschaften. Aber: Zwei ehemalige Munitionshallen in der Nähe der Geisfelder Straße weisen eine große geschichtliche Bedeutung auf, was sie ebenfalls zum Denkmal qualifiziere. Dümler: "Hier baute Willy Messerschmitt die ersten motorisierten Flugzeuge in Leichtbauweise." Es handelte sich um die Modelle M 17 und M 18. Die Firma "Messerschmitt Flugzeugbau Bamberg" hatte die Hallen von 1925 bis 27 angemietet, dann zog sie nach Augsburg um.

Laut Dümler befinden sich die beiden Hallen in einem zufriedenstellenden Zustand. "Sie fallen zumindest nicht gleich um." Wegen der großen Bedeutung der Gebäude für die Entwicklung des Flugzeugbaus sollte die Stadt in Erwägung ziehen, sie zu erwerben und museal zu nutzen. Sie sind bis ins Detail "unverändert bauzeitlich erhalten", so ist im Bericht nachzulesen.


Erhöhtes Verkehrsaufkommen

Anja Günther vom Planungsbüro Inver hatte zuvor die Ergebnisse der Verkehrserzeugungsuntersuchung vorgestellt. Neue Wohnungen in der Lagarde und das geplante Gewerbegebiet an der Geisfelder Straße werden unweigerlich für eine Erhöhung des Verkehrsaufkommens sorgen.

Inver beobachtete diverse Knotenpunkte unter anderem am Berliner Ring und an der Pödeldorfer Straße, um Mittel- und Spitzenwerte der Belastung zu erheben. Das Büro bewertet dann wie US-amerikanische Lehrer von A bis F, wobei bei E und F Wartezeiten über 70 Sekunden herrschen, das heißt: ungenügend.

Schon heute kommt es an den Knotenpunkten im Bamberger Osten (Pödeldorfer Straße/Kastanienstraße) und entlang des Berliner Rings (Münchner Ring, Geisfelder Straße) zu D-, E- und F-Werten. Inver rechnete zur Erstellung einer Prognose mit 9400 Beschäftigten im neuen Gewerbegebiet, die zu 60 Prozent mit dem Auto kommen. F-Werte wären, wenn alles bliebe wie es ist, vorprogrammiert. Für Entlastung könnten unter anderem die Verlängerung der Links- und Rechtsabbiegerspuren auf der Geisfelder Straße sowie der Grünphase an der Ampel zugunsten des Münchner Rings bringen.

Die Berechnungen provozierten die Senatsmitglieder zur Diskussionen über die konkreten Vorstellungen vom Gewerbegebiet auf dem Muna-Gelände. Anja Günther hatte nämlich von einem 62 Hektar-großen Park mit einem 44-prozentigem Anteil an Logistikfirmen gesprochen. Der jüngste Rahmenplan hatte die Gewerbefläche aber bereits auf 47 Hektar reduziert. Stadträte wie Heinz Kuntke (SPD) hätten außerdem lieber mehr Handwerk. Ursula Sowa nannte die Berechnungen gar "altbacken und konservativ", da sie Methoden zur Vermeidung von Mehrverkehr, wie den Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel, nicht berücksichtigte.


Firmen melden Interesse

Harald Lang, Leiter des Konversionsamts, versuchte zu klären: Das Gutachten gehe bewusst von einem Worst-Case-Szenario hinsichtlich der Belegung der Gewerbeflächen aus. Mit mehr Verkehr sei aber so oder so zu rechnen. Das Bauamt plane die notwendigen Veränderungen an Münchner Ring, Armeestraße und Geisfelder Straße.
Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) sprach in der Sitzung von vielen Firmen, die bereits jetzt den Willen signalisiert hätten, sich auf dem Bamberger Konversionsgelände anzusiedeln.