59 Reiterinnen und Reiter hielten am Ostermontag die Tradition des Georgiritts hoch und ritten bei gutem Wetter zusammen mit Pfarrer Alexander Berberich hinauf zur Kapelle auf dem Senftenberg. Dort erteilte der Geistliche den Segen für Pferd und Reiter.

Der Georgiritt geht zurück auf die Zeit um 1618. Damals wurde vom Senftenberg gemeldet, dass daselbst "einige Miracula fürgekommen seien", also wundersame Begebenheiten, die man auf die Fürsprache St. Georgs zurückführte.

Kapelle 1620 erneut geweiht

Der Patron der Kapelle genoss als Fürsprecher für Pferd und Reiter und als einer der 14 Nothelfer seit jeher eine breite, volkstümliche Verehrung.
Die Kunde von den wundersamen Gnadenerweisen führte bald zu einem wahren Strom von Fuß- und Reiterwallfahrten, so dass die Kapelle 1620 wiederhergerichtet und erneut geweiht wurde.

Der ständig steigenden Pilgerzahl war das Kirchlein nicht mehr gewachsen. Es wurde eingelegt und in den Jahren 1668/69 in der heutigen Form erbaut.

Die Bauern sollen nach der Überlieferung die Pferde an der Osttüre hinein und zur Westtüre wieder hinausgeführt haben, um so den Segen für die Tiere zu erlangen. Ein Privileg besonderer Art hatten die Hufschmiede; so wird insbesonders in der ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts vom "Georgiritt der Hufschmiede" gesprochen, dabei seien diese "im festlichen Aufzug hoch zu Roß" zur Segnung durch die Kapelle geritten.

Erst 1951 wurde der Georgiritt wieder veranstaltet

Die kirchliche Glanzzeit des Senftenberg, die ab etwa 1620 begonnen hatte, ging mit der Säkularisation ihrem Ende entgegen. Erst 1951 wurde der Georgiritt der Neuzeit mit dem Segen für Pferd und Reiter wieder veranstaltet.

Dass der Georgiritt mal besser, mal weniger gut angenommen wurde, zeigt die Statistik. Das Rekordergebnis von 90 "berittenen Wallfahrern" hält das Jahr 1952. Nur 20 machten 1967 mit. Inzwischen sind es im Schnitt jedes Jahr zwischen 60 bis 80 Reiterinnen und Reiter, die das Brauchtum am Ostermontag pflegen.