Am vergangenen Freitag wurden an den bayrischen Gymnasien die Zwischenzeugnisse verliehen und traditionell ist an einem solchen Tag der Unterricht um 11.15 Uhr beendet. Nicht so aber am Dientzenhofer-Gymnasium in Bamberg. Hier sah man anstelle von leeren Klassenzimmern über 250 Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrerinnen und Lehrer bis weit in den Nachmittag hinein vereint über Bauplänen sitzen. Gemeinsam diskutierten die Mitglieder der Dientzenhofer-Schulgemeinschaft über die geplanten Baumaßnahmen.

Obwohl der Abriss der über 50 Jahre alten Schulgebäudeteile noch zwei bis drei Jahre in der Zukunft liegt, plant man am Bamberger Dientzenhofer-Gymnasium jetzt schon fleißig. Man wolle die Schüler sowie deren Eltern von Anfang an am Prozess beteiligen, erklärt Schulleiterin Brigitte Cleary. "Wir wollen die Wünsche unserer Schulgemeinschaft so gut es geht berücksichtigen und was sich davon verwirklichen lässt, werden wir bei der diesjährigen Machbarkeitsstudie erfahren", sagt sie.

Verschiedene Arbeitsgruppen

Bereits seit Beginn des laufenden Schuljahres im Herbst 2018 steht fest, dass einige der älteren Schulgebäude abgerissen und daraufhin komplett neu gebaut werden sollen. In Vorbereitung auf die Bauplanung riefen die Lehrerinnen Katharina Reiß und Claudia Mittendorf den Projekttag "neues DG" ins Leben.

"Durch den Projekttag wollten wir Schülern, Eltern und Lehrern die Möglichkeit geben, gemeinsam die neuen Schulgebäude von außen und innen zu gestalten und für die Ideen Pros und Contras abzuwägen", erklärt Reiß.

In verschiedenen Arbeitsgruppen zu Themen wie "Klassenzimmer der Zukunft" oder "Pausenhofgestaltung" diskutierten die Teilnehmer eifrig verschiedene Konzepte. Im Vorfeld hatte ein Kunstkurs der Schule bereits Baupläne der möglichen Innengestaltung von Klassen- und Aufenthaltsräumen sowie der Außenanlagen gestaltet. Auch der 18-jährige Alex aus der Q12 des Gymnasiums legte sein Konzept vor. "In unserem aktuellen Schulhaus füllen Gänge und Flure rund 25 Prozent der Fläche. Durch Clusteranordnung der Klassenzimmer wird diese Fläche reduziert und es ergeben sich großzügige ‚gemeinsame Mitten‘, in denen sich die Schüler in der Pause treffen können", erklärt er. Bei seinem Entwurf nütze man den Raum sinnvoll und ordne die verschiedenen Fächergruppen wie Sprachen oder Naturwissenschaften in separaten Gebäuden an. Das soll für Übersicht und Struktur und zugleich für ein gutes Miteinander sorgen.

Auch Eltern brachten sich ein

Auch die Eltern der Schulkinder brachten sich aktiv in die Bauplanung ein. "Für mich ist es sehr spannend, heute mitzuarbeiten, da ich als IT-Informatikkaufmann viel Erfahrung mit der Digitalisierung von Schulen habe", erklärt Elternbeiratsmitglied Günter Helmrich. Teil des Bauvorhabens ist es, die Schule auf die modernen Standarts in Sachen Technik zu bringen. Wie sehr die Kinder auf der anderen Seite auch wert auf analoge Entspannungsmöglichkeiten legen, fasziniert ihn. "Die Schüler planen beispielsweise einen sogenannten ‚Aquariumraum‘, bei dem man also von außen durch die verglasten Wände sehen aber nichts aus dem Inneren hören kann", sagt er.

Nach rund zwei Stunden Diskussionszeit in Kleingruppen wurden die Ergebnisse auf Plakaten ausgestellt. Zur Eröffnung der Präsentation dankte Schulleiterin Brigitte Cleary den Schülerinnen und Schülern sowie deren Eltern für ihr Engagement. Neben der Schulleiterin sprach auch der Ministerialbeauftrage für die Gymnasien in Oberfranken Harald Vorleuter seine Zuversicht für das geplante Vorhaben aus. "Auch wenn das erst der Beginn ist, so sind wir doch sehr froh und stolz, dass wir von Anfang an alle mit vereinten Kräften die Schule gestalten", sagt Cleary erfreut.