Auch in Bamberg brannten Bücher, die die Nazis als "undeutsch" einstuften und ächteten. Daran erinnerte gestern das Bamberger Bündnis gegen Rechtsextremismus mit kurzen Lesungen an verschiedenen Orten der Stadt. Autoren trugen öffentlich Texte von Autoren vor, deren Bücher von den Nazis verbannt und verbrannt worden waren.

Die Aktionen der Nationalsozialisten zur Bücherverbrennung begannen am 10. Mai 1933 im gesamten Deutschen Reich und seien vor allem von der Studentenschaft durchgeführt worden. Daran erinnert Werner Schnabel für das Bündnis in einer Pressemitteilung. Bamberg war damals kein Hochschulstandort, weshalb es hier keine von Studenten organisierten "Säuberungen" von Bibliotheken, Buchhandlungen und Leihbüchereien gegeben habe.

Verbrannt worden seien Bücher und andere Schriften, aber auch in der Domstadt: Im Frühjahr 1933 "wurden in Bamberg bei Hausdurchsuchungen Druckerzeugnisse widerrechtlich beschlagnahmt, so unter anderem bei Mitgliedern der KPD, der SPD und der Bayerischen Volkspartei (BVP), in den Geschäftsstellen von SPD und BVP, im Gewerkschaftshaus, im Sitz des Caritasvereins, des Industrie- und Handelsgremiums und der Arbeitersamariter-Kolonne, bei den Ernsten Bibelforschern, in der Geschäftsstelle des Textilarbeiterverbandes und im Heim des katholischen Jugendvereins", zitiert Werner Schnabel Franz Fichtl in dem von Schoeps und Treß 2008 herausgegebenen Buch "Orte der Bücherverbrennungen in Deutschland 1933".

Demnach fand vor 80 Jahren am 24. Juni im Volkspark-Stadion an der Pödeldorfer Straße ein "Tag der Jugend" statt. Abends sollte es ein Sonnwend-Feuer geben, das wegen regnerischen Wetters auf den 1. Juli verlegt wurde. So fand in Bamberg die Verbrennung von Büchern und anderen Druckerzeugnissen am 1. Juli 1933 statt.