Schon im Februar hatte die Höhe der städtischen Eigenbeteiligung an der Landesgartenschau von 19,64 Millionen Euro für eine heftige Kontroverse gesorgt. Nun folgt im Finanzsenat die zweite Runde im Kostenclinch. Grund: Die Einsparvorschläge der Stadt liegen vor. Sie umfassen 1,025 Millionen Euro. Der Löwenanteil davon, nämlich 700 000 Euro, geht auf das Konto des Abrisses des vorderen der beiden Schleusenwärtershäuschen.
Zur Erinnerung: Nach einem Sturm der Entrüstung in Teilen der Bevölkerung hatte sich der Stadtrat im Juli 2008 für den Erhalt eines der beiden Häuser ausgesprochen. Für die Rettung des denkmalgeschützten Hauses machte sich zuletzt auch die Schutzgemeinschaft Alt Bamberg stark und verwies auf private Investoren, die die Häuser kaufen und für eine öffentliche Nutzung sanieren würden.
Doch der „Beschluss zum Erhalt des südlichen der beiden Häuschens hat weit reichende planerische und finanzielle Folgen“, glaubt man der Stadtverwaltung. Durch die Anlage des Fischpasses müsse eine befahrbare Brücke und die Erschließung völlig neu hergestellt werden.
Den Fraktionen im Stadtrat, die bisher schon kritisch auf die Kosten der Großveranstaltung geblickt haben, geht das nicht weit genug: „Wir wollten von Anfang an eine Obergrenze von 14,5 Millionen Euro und wollen auch nicht Kosten beschließen, ohne genau zu wissen, was dafür gemacht wird“, sagte Peter Gack von den Grünen.

Einig sind sich sich die Alternativen mit den Freien Wählern und dem Bamberger Bürger-Block, dass der Abriss des Schleusenhäuschens „höchst problematisch “, wie sich Dieter Weinsheimer (FW) ausdrückte.
Norbert Tscherner hält die Summe von 700 000 Euro für künstlich hoch gerechnet und bietet sich an, den Innenausbau des Häuschens zu einem Verwaltungsgebäude für die Gartenschau auf eigene Kosten zu übernehmen.

Um die Kosten zu senken schlagen die kleinen Fraktionen den Verzicht der geplanten Uferwege zwischen Markus- und Friedensbrücke vor. So könnten 650 000 Euro gespart und der Frieden mit der Nachbarschaft hergestellt werden, meint Weinsheimer.

Unterdessen weist Christiane Hartleitner, eine der Gartenbesitzerinnen am Schiffbauplatz, die Fraktionen darauf hin, dass nach einer aktuellen Vemessung der Uferweg nur dann gebaut werden kann, wenn ein Teil eines Grundstücks enteignet wird, weil der im Besitz des Freistaats befindliche Streifen an einer Stelle nur eine Breite von 2,8 Metern habe.

Dem widerspricht jedoch die Stadtverwaltung: „Eine Enteignung ist nirgendwo erforderlich, der Weg misst an seiner schmalsten Stelle 3.05 Meter.“, sagte Pressesprecherin Ulrike Siebenhaar. Da es sich nur um einen Pfad handele, müsse auch eine 120-jährige Linde nicht geopfert werden, wie immer behauptet werde. Die Kosten für den Uferweg erklärte Siebenhaar mit den dafür nötigen Erdbewegungen, den Sichtschutzvorrichtungen zu Gunsten der Anlieger und den zwei Treppenanlagen, die von der Markusbrücke zu den Wegen führen. In den Kosten von 650 000 sei nun auch die Beleuchtung enthalten.