Staffelbach
Wasserwandern

Für Kanuten: Nächste Haltestelle Staffelbach

Am Donnerstag wird die neu geschaffene Anlegestelle offiziell eröffnet. Früher hat hier die Fähre nach Viereth angelegt.
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Roland Hohner hat's jetzt schön: Eine Einstiegsstelle praktisch vor der Haustüre. Doch der 46-Jährige hat bis zum heutigen Donnerstag gewartet, bis er ab hier mit dem Kanu zu Wasser lässt. Seit 20 Jahren paddelt der Staffelbacher leidenschaftlich. Jetzt freut er sich, dass er seinem Hobby ohne große Umwege nachgehen kann, aber auch darüber, dass die Oberhaider Kanu- und Kajakfahren für sich entdecken können. Beispielsweise heute Nachmittag, wenn die neue Anlegestelle am Donnerstag ab 17 Uhr offiziell in Betrieb geht. Inoffiziell hat die Gemeindejugend sie Dienstagnachmittag getestet. Zusammen mit dem stellvertretenden Jugendpfleger Dominik McCorvey und Bürgermeister Carsten Joneitis (SPD). Hohners Erfahrung wissen die Premierenteilnehmer beim Ein- und Aussteigen zu schätzen.

Wer Boot fahren will, der braucht nur den Hinweisschildern zum TSV Staffelbach folgen, über die Schienen fahren und auf dem TSV-Gelände parken. Und wenn man kein eigenes Boot hat? Kein Problem. Oben auf der Böschung hat Jugendpfleger Oliver Schulz seinen Bootsanhänger positioniert. Der hat alles, was es für eine zünftige Tour braucht: zehn Kanus (für bis zu vier Personen), zwei Kajaks (für jeweils eine Person), Paddel und, ganz wichtig: Schwimmwesten. Weitere Infos zu Touren und Ausleihe gibt's bei der Gemeinde, Telefon 09503/92230.

Dominik McCorvey hat sich intensiv von Profi Schulz einweisen lassen, Bürgermeister Joneitis die Erfahrung von Ferienpaddeltouren. Und auch die Leute vom Jugendtreff waren mit Olli schon öfter unterwegs. Patrick Böhm (19), Sebastian Brehm (17), und Vera Pfohlmann (14) wissen, was zu tun ist. Nur für Christian Treuter (17) stellt diese Tour eine Premiere da. Lisa Möller (10), Lilli (7) und Louis (10) Weber, Alessia Gocker (9) und Hannah Lieb (10) brennen schon darauf, die bunten Kanus auszuprobieren. Doch zuerst müssen die Großen die gut 30 Kilo schweren Boote nach unten bringen. Auf einer historischen Trasse sozusagen. Denn an der heutigen Anlegestelle legte bis in die 50er die Verbindungsfähre nach Viereth an, berichtet Joneitis. Darauf basiert letztlich auch die Idee, Staffelbach zur Wasserwanderstation am Main zu machen. Am "Flusskilometer 380,1", wie die Infotafel erklärt. Auf der ist alles Wissenswerte rund ums Paddeln aufgelistet, von Regeln bis zu Zeichen und Strecken. So wird Staffelbach aktiver Bestandteil des Projektes Flussparadies Franken. Das wissen die Kinder dieser Paddeltour freilich nicht. Das Paddeln selbst finden sie jedoch übereinstimmend "toll".

Kostenlos paddeln


Mitgepaddelt sind Albrecht Lederer und Harald Rottmann diesmal noch nicht, sie beobachten das Premieren-Paddel-Spektakel vom sicheren Ufer aus. Besonders von der "Landung" der bunten Wasser-Vehikel zeigt sich Lederer beeindruckt. Donnerstagnachmittag will er's selbst probieren. Denn da besteht für alle Interessierten erneut kostenfrei Gelegenheit.

Die Freilegung der alten Granitstein-Trasse und Landestelle begrüßen Rottmann und Lederer als Breicherung für die Gemeinde. Und die hofft ihrerseits auf Paddel-Touristen, wie der Bürgermeister wissen lässt. Wie die jungen Bootsbesatzungen eindrucksvoll vorführen, ist Paddeln kinderleicht. Als Hohner auch das Bürgermeister-Boot sicher an Land gezogen hat, erklärt er den begeisterten Paddel-Novizen, dass man auf dem Main nur an den offiziellen und somit gekennzeichneten Stellen Boote einsetzen und landen darf. Als alle vier Boote wieder auf dem Anhänger verstaut sind, verrät er weiteres Insiderwissen: "Es sind immer die gelben, die kentern", die Gründe dafür kennt er jedoch nicht. Für alle Fälle, so hebt der Bürgermeister hervor, ist die Wasserwacht bei der Eröffnungsfeier mit vor Ort. Noch errichtet werden demnächst am Staffelbach Sitzgelegenheiten, womit die neue Anlegestelle perfekt sein wird, freut sich der Bürgermeister. Auch weil man damit die historische Anlegestelle mit neuem Leben erfüllt.
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