Mit Gefühlen, die unterschiedlicher nicht hätten sein können, verbrachte Carolina Elflein den Heiligen Abend in Bamberg. Auf der einen Seite fühlte sich die Rentweinsdorferin ohne ihren Mann und ihre Familie ein wenig einsam, auf der anderen war sie überglücklich.

Ihre Einsamkeit rührte daher, dass sie fern von ihrem Zuhause im Landkreis Bamberg Weihnachten im Bamberger Klinikum zubringen musste. Doch letztendlich überwogen die Glücksgefühle: Schließlich hat sie ein kleines "Christkind" zur Welt gebracht.


Emilio ließ sich Zeit

"Eigentlich sollte mein kleiner Sohn Emilio bereits am 22. Dezember zur Welt kommen. Doch er ließ sich Zeit und es sah alles so aus, als ob wir Weihnachten noch mit der Familie zu Hause hätten feiern können", erzählt die junge Mutter. Doch in der Weihnachtsnacht ging dann plötzlich alles sehr schnell. Gegen 1 Uhr morgens platzte die Fruchtblase und Carolina Elflein und ihr Mann machten sich von Rentweinsdorf aus auf den Weg ins Klinikum.

Ganze fünf Stunden dauerte dort die Geburt, ehe am 24. Dezember um 6.40 Uhr Emilio als erstes Bamberger Weihnachtsbaby das Licht der Welt erblickte.

"Sicherlich war es dieses Jahr ein etwas anderes Weihnachten, aber wir haben das schönste Geschenk bekommen, das es gibt", freuen sich Carolina und Tobias Elflein. Zudem hätten sie an dem Tag zunächst alles andere als Weihnachten im Kopf gehabt.

"Erst als beide wohlauf waren und das Kind friedlich vor sich hin schlummerte, haben wir es uns im Klinikum gemütlich gemacht und haben bei Keksen und Kaffee unsere Geschenke ausgetauscht", berichtet der junge Vater. Am Nachmittag seien dann auch viele Besucher gekommen.


Weihnachten wird nachgefeiert

Die eigentliche Bescherung mit den weiteren Geschenken will sich die Familie für die nächsten Tage aufheben. Denn erst wenn alle gesund und munter zu Hause sind, wollen die Elfleins im Kreise ihrer Familien Weihnachten nachfeiern.

Und wie hat das junge Elternpaar diesen unvergesslichen Weihnachtsabend verbracht? Tobias Elflein ist, wie er am Tag danach schildert, gegen 21 Uhr nach Hause gefahren und nur noch ins Bett gefallen: "Obwohl ich eigentlich meiner Frau nur zur Seite gestanden habe, war es doch auch für mich irgendwie ein langer und anstrengender Tag."

Carolina Elflein war zunächst etwas traurig, nachdem ihr Mann sie "verlassen" hatte. Dafür hatte sie ihren Sohn die ganze Nacht um sich. Die 32-Jährige hat nach eigenen Worten zwar nicht viel geschlafen. Aber es "war einfach nur überwältigend, mein kleines Weihnachtsbaby um mich zu haben".

Außer Emilio sind noch vier Kinder an Weihnachten im Klinikum auf die Welt gekommen. Wie Manuela Filser, eine der beiden leitenden Hebammen sagte, war Emilio das erste, das letzte kam um 16.27 Uhr. Damit sei ein Kind mehr als Weihnachten 2011 geboren worden. "Wir sind nur knapp hinter unserer jährlichen Statistik geblieben", so die Hebamme.

Durchschnittlich kommen im Bamberger Klinikum pro Tag sechs Babys zur Welt.