Die steile Treppe im Diözesanmuseum ist der erste Gefahrenpunkt. Doch Norbert Reichl dirigiert die 18 Männer, die das Domkreuz geschultert haben, sicher hinab. "Vooorsicht, die Flügel!" ruft der Kommandant der Träger, als sie das enge schmiedeeiserne Tor passieren. Die Engel bleiben unbeschadet, geschafft! Das 650 Kilogramm schwere Domkreuz ist im Foyer und kann nun mit rosa Nelken geschmückt werden. Bei der Fronleichnamsprozession wird dieses Prunkstück mitgeführt: "Wir betrachten es als Ehre, das Domkreuz tragen zu dürfen", betont Norbert Reichl. Auch sein 17-jähriger Sohn Tim schleppt mit: "Das macht Spaß, vor allem die Kameradschaft und das Treffen im Bierkeller danach", lächelt der Gymnasiast. Wie die anderen Träger ist er langsam in seine Aufgabe hineingewachsen: Als Zehnjähriger trug Tim erst die Stützen, dann den Tragestuhl.