Rund 20.000 Universitäten gibt es weltweit - eine imposante Zahl. Wer da bei den internationalen Bewertungen der Qualität der Hochschulen - den sogenannten Rankings - unter den ersten 500 gelistet ist, zählt weltweit zur Wissenschaftselite. Kein Wunder also, dass zum Beispiel beim Schanghai-Ranking Namen wie Harvard, Stanford, Oxford oder Cambridge ganz vorne auftauchen. Aber auch fränkische Universitäten mischen mit. Würzburg ist unter den ersten 250 Unis gelistet, unter den ersten 300 landete Erlangen und auch Bayreuth findet sich unter den besten 400 Hochschulen weltweit. Eine genaue Reihenfolge nimmt das THE-Ranking nur für die ersten 200 Plätze vor.

Dass die Uni Bamberg bei Rankings wie dem Shanghai- oder dem THE-Ranking nicht gelistet ist, liegt auch daran, dass Unis mit einem geisteswissenschaftlichen Schwerpunkt sich im Vergleich mit Hochschulen, die naturwissenschaftlich ausgerichtet sind, schwerer tun. Germanisten publizieren halt nicht so oft in Zeitschriften wie "Nature und Science", für das Schanghai-Ranking unter anderem Quelle für die Registrierung der Anzahl von Zitierungen. International nicht gelistet zu sein ficht den Präsidenten der Bamberger Universität, Godehard Ruppert, deshalb auch nicht sonderlich an. Zum einen sei unklar, welches Datenmaterial für derlei Rankings genutzt werde, zum anderen liege die Zahl der Studenten, die von derlei Rankings Kenntnis nehmen würden, unter einem Prozent.

Wichtiger wäre da schon das CHE-Ranking, das mehr auf die deutschen Universitäten zugeschnitten sei. Bei aller Kritik auch an dessen Methodik handle es sich hier um ein Ranking, das jungen Menschen zumindest eine gewisse Orientierungshilfe bei der Wahl des Studienortes bieten könne. Deshalb sei es wichtig, in diesem Ranking, das sich an Fächern orientiere, vertreten zu sein. Besonders in seiner Online-Version stelle das CHE-Ranking aufgrund zusätzlicher Funktionen eine Hilfe für Studenten dar.

Als Werbemöglichkeit nützlich

In der Vergangenheit hätten sich Fächer, so beispielsweise die Soziologen, aus methodischen Gründen dieser Mitarbeit verweigert. Grundsätzlich sollte jedoch zumindest das CHE-Ranking als eine gute Werbemöglichkeit für das jeweilige Fach genutzt werden. Erlangens Uni-Präsident Karl-Dieter Grüske gibt sich bei der Beurteilung der Rankings ähnlich skeptisch wie sein Bamberger Kollege. Sie seien oft genug nicht nur subjektiv, sondern auch als einzige Informationsquelle zur Wahl des Studienortes ungeeignet. Ein Ranking könne da immer nur einen kleinen Mosaikstein darstellen. Grüske führt zum Thema "Subjektivität" ein Beispiel an. Bei den Ergebnissen des Physikums warte die Uni Erlangen bundesweit immer mit Spitzenergebnissen auf.

Trotzdem schneide man im CHE-Ranking nur mittelmäßig ab. Weil die befragten Studenten weniger die Leistung bewerteten als vielmehr die damit verbundenen höheren Anforderungen. Grundsätzlich, so Grüske, würden die Studenten an bayerischen Hochschulen vergleichbare Bedingungen vorfinden. Deshalb sein Rat: Besser Freunde oder ältere Semester an der in Frage kommenden Uni zur Situation an der Hochschule befragen. Internationale Ranking seien eigentlich nur für Studenten relevant, die sich auch international ausrichten wollten.

Oft genug würden ausländische Firmen, insbesondere in Asien, ihr Jobangebot vom Besuch einer Eliteuniversität abhängig machen. Da spiele das Ranking schon eine Rolle. Aber: In der Forschung könne man deutsche und amerikanische Unis nicht miteinander vergleichen, weil die Systeme unterschiedlich seien. "In den USA wird ausschließlich an Universitäten geforscht, bei uns auch an außeruniversitäten Einrichtungen wie den Max-Planck-Instituten," so Grüske. Fazit: Vergleiche bleiben da schwierig.