Die Franken-Onleihe feiert ihren ersten Geburtstag: Im Februar 2012 startete die Stadtbücherei Bamberg gemeinsam mit 16 anderen fränkischen Bibliotheken das Projekt.

Seit dem Start im Vorjahr haben sich die virtuellen Regale gefüllt. So stehen derzeit weit über 10 000 digitale Medien zur Auswahl, wie es in einer Mitteilung der Stadtbücherei Bamberg heißt.

Romane, Hörbücher und Ratgeber - das sind die Genres, die besonders gefragt sind. Titel wie Ken Follets "Winter der Welt" oder die Biografie von Steve Jobs sind neben Magazinen wie "Der Spiegel" und der FAZ Ausleihrenner.

19 000 Mediendownloads

Von den über 7200 Kunden im Verbund der Franken-Onleihe sind 1200 in der Stadtbücherei Bamberg angemeldet.
Im ersten Jahr erzielte man in Bamberg über 19 000 Mediendownloads, im Verbund waren es insgesamt über 116 000 virtuelle Ausleihen.

"Wir haben uns für dieses digitale Angebot zu einem Verbund zusammen geschlossen, um Kosten zu sparen und um schlafkräftiger agieren zu können", erklärt Bibliotheksleiterin Christiane Weiß. So haben die beteiligten Verbundbibliotheken im vergangenen Jahr 120 000 Euro in den Aufbau des Angebotes gesteckt. Auch Probleme beim Mediendownload oder Fragen zu den Ausleihmodalitäten machen Arbeit. Zusätzlich wurden 15 E-Book-Reader angeschafft, um die Funktionsweise der unterschiedlichen Lesegeräte und die Medienausleihe zu testen.
Dieser finanzielle und personelle Einsatz scheint aber immer noch nicht ausreichend, denn die Nachfrage ist größer als das Angebot. Für 2013 werden laut der Pressemitteilung zweistellige ie Ausleihzahlen erwartet. Ein Ansturm, der dazu führt, dass Benutzer nicht selten ihr Wunschbuch erst vormerken müssen, anstatt es gleich ausleihen zu können.

Die Franken-Onleihe muss aus dem Medienetat der beteiligten Bibliotheken gestemmt werden. Für 2013 sind in der Stadtbücherei Bamberg deshalb 10 000 Euro und damit 10 Prozent des Erwerbungsetats für Neuanschaffungen reserviert.

Traditionelle Mediennutzung

Keine leichte Aufgabe, denn trotz des digitalen Angebotes liegt die Nutzung der traditionellen Medien in der Stadtbücherei Bamberg mit über 640 000 Ausleihen in 2012 laut der Bibliotheksleitung auf sehr hohem Niveau. "Bislang ist es deshalb nicht gerechtfertigt, mehr Geld aus diesem Posten abzuziehen", sagt Christiane Weiß, "doch in Zukunft wird es sicherlich Verschiebungen geben."

Noch keine Zeitungen auf Tablets

In den nächsten Monaten soll der Service weiter ausgebaut werden. So können bislang keine Zeitschriften oder Zeitungen auf ein Tablet oder Smartphone geladen werden. Das soll sich bald ändern.

Zudem fehlen bislang noch viele Bestseller im Angebot der Franken-Onleihe, was mit dem Urheberrecht zusammenhängt. Anders als bei gedruckten Büchern, benötigen Bibliotheken für jedes E-Book eine Lizenz des Verlages. Einige Verlage lehnen die Lizenzierung von E-Books an Bibliotheken aber ab.

Damit auch Bibliotheksnutzer auf breites E-Book-Angebot zugreifen können, setzt sich die Stadtbücherei Bamberg dafür ein, die gesetzlichen Regeln, die für die Ausleihe von gedruckten Büchern gelten, auch auf die E-Books zu übertragen.

Weitere Informationen zum digitalen Angebot gibt es auf www.franken-onleihe.de.