Dicke Luft im Rathaus Maxplatz: Rund 20 Anwohner der Straße am Weidendamm haben im Senat für Stadtentwicklung ihren Protest gegen den Bau eines Busterminals vor ihren Häusern artikuliert. Sie fürchten Lärm- und Abgasbelastung, wenn zu den Hochzeiten der Landesgartenschau bis zu 64 Busse in der Stunde in die derzeit noch verkehrsberuhigte Straße einfahren und dort die Besucher für die Schau aussteigen lassen. „Wir haben für die Verkehrsberuhigung hohe Erschließungskosten bezahlt, die Fläche ist als Biotop ausgewiesen; und nun baut man uns einen Busbahnhof vor die Nase“, sagte Alexandra Oberst. Nachbar Jürgen Schneiderbanger stellt ernüchtert fest: „Wenn das Terminal kommt, werden die Preise unserer Immobilien fallen.“
Die Argumente gegen das Projekt, das nach der Gartenschau den Touristenbussen zur Verfügung stehen soll, füllen mittlerweile 80 Seiten Papier, die im Anhörungsverfahren des Bebauungsplansverfahren vom Baureferat bewertet, aber selten anerkannt wurden. Zu den Gegnern gehört auch die Lebenshilfe Bamberg, die am Weidendamm 67 ein Wohnheim für behinderte Menschen betreibt.
Ein erster Ergebnis der Einwände scheint zu sein, dass die gefürchtete „Berliner Mauer“ zwischen dem Terminal und den Häusern nun nicht gebaut wird. Die zu erwartetende Belästigung durch Lärm unterschreiten nach einem neu vorgelegten Gutachten die erforderlichen Grenzwerte – was beim Publikum spöttische Kommentare hervorrief.
Vom Widerstand der Weidendammler und Bewohner der Schlüsselstraße ließen sich die großen Fraktion im Stadtentwicklungssenat, CSU und SPD nicht sonderlich beeindrucken. Sie gaben gegen die Stimmen der meisten kleinen Fraktionen grünes Licht für die Verwaltung, die Änderungen im Bebauungsplan und Flächennutzungsplan weiter voranzutreiben. Stadtrat Franz-Wilhelm Heller (CSU) stützte sich in seiner positiven Beurteilung vor allem auf die Bedeutung des Terminals nach der Landesgartenschau. Es soll eine zentrale Rolle als Drehscheibe für Touristenbusse spielen. Außerdem sei das Terminal „relativ weit weg von der unmittelbaren Wohnbebauung“. SPD-Sprecher Dieter Pfeifer bezeichnete das Terminal als wichtige Maßnahme, um den öffentlichen Personennahverkehr in Bamberg zu stärken. Auch habe es eine wichtige Schutzfunktion: „Stellen wir uns mal vor, es gibt dieses Terminal nicht und die Besucher steuern die Gartenschau mit dem Pkw an?“


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