Mit heftiger Kritik reagiert der Bayerische Flüchtlingsrat auf den geplanten Ausbau der Bamberger Einrichtung für Asylbewerber mit geringen Chancen auf Bleiberecht. "Ein solches Massenlager mit Sonderbehandlung ist jedoch für Deutschland mit seinen rechtsstaatlichen Prinzipien, seinem Wohlstand, seiner NS-Geschichte und seinen hohen Ansprüchen an garantierte Menschenrechte nicht tragbar", heißt es in einem Papier des Flüchtlingsrats. Darin zieht die Menschenrechtsorganisation gut acht Monate nach Einrichtung des sogenannten Abschiebezentrums eine Zwischenbilanz, die sie am Freitag (10.00 Uhr) bei einem Pressegespräch in Bamberg vorstellen will.

Die Aufnahme- und Rückführungseinrichtung in der oberfränkischen Stadt soll nach Angaben der Regierung von Oberfranken ausgebaut werden auf 4500 Plätze. Im vergangenen September war sie für 1500 Asylsuchende vor allem aus Balkan-Staaten geschaffen worden.

Die Zuwanderung aus dem Balkan sei aber deutlich zurückgegangen, so der Flüchtlingsrat. Ein Konzept für eine ausgebaute Einrichtung liege nicht vor; zudem sei unklar, welche Personen dort untergebracht werden sollen.