Genießen kann man auf vielfältige Arten, auch in Scheßlitz. Für das vergangene Wochenende hatten sich rührige Scheßlitzer viel einfallen lassen und damit die Besucher einer Zwei-Tage-Veranstaltung durchaus begeistern können. Und dies alles geschickt inszeniert in der illuminierten sehenswerten Innenstadt. Tische, Stühle, Buden und Zelte waren auf die Straße, den Gehsteigen und die Parkplätze verlagert worden. Die Gäste nahmen dies sehr gut an. Bei einer unterhaltsamen Freiluftveranstaltung am Samstag und Sonntag verwandelte sich die Hauptstraße zu einem einzigen großen Biergarten.

Massen auf den Straßen

Die kalendermäßig kürzeste Samstagnacht des Jahres wurde, zumindest in Scheßlitz, zur längsten Nacht.
Doch weitere Superlative hatte das Wochenende zu bieten: Die größte Menschenmenge bewegte sich am Samstag durch die Hauptstraße, besser gesagt, die Menschen in der Menge ließen sich bewegen. Freiwillig und stressfrei, man folgte also auf gut Deutsch dem Mainstream. Die Straße zwischen oberem und unterem Tor war zu einer einzigen Bierstraße im Staumodus geworden. Ein Stau mit besonderem Erlebnischarakter.

Zweiter Bürgermeister Holger Dremel und seine Mitstreiter Josef Linder, Julia Kauper, Florian Roth, Reinhold Söder und Joachim Trautner hatten das Stadtfest bestens vorbereitet. Ihnen war es gelungen, den Ablauf zu planen, zu koordinieren und zusammen mit vielen unentbehrlichen Helfern die Veranstaltung praktisch umzusetzen.

In wenigen Stunden waren die beiden ehemaligen Stadttore neu errichtet worden. Nicht aus Stein gebaut, sondern aus Bierkästen erstellt. Früher hatte sich an den Stadttoren entschieden, wer eine Stadt betreten durfte, galt es doch Feinde, Gauner und ähnliches Volk fernzuhalten. Die Bierkästenstadttore in Scheßlitz dagegen hießen jeden herzlich willkommen, der am Samstag eine "Lange Nacht" und am Sonntag den "Biergenuss" erleben wollte. Und dies waren nicht wenige.

Natürlich wurde ein kleiner Wegezoll, wie auch schon früher, erhoben. Nur Fahrzeugen war der Zutritt verwehrt. Fußläufige Besucher reihten sich, zumindest am Samstag, in das Geschiebe ein. Nur so gelangte man irgendwann an sein Ziel: Buden, Bühnen und Bars boten Musik, Getränke und jegliche Art von kulinarischem Genuss. Man traf Bekannte, hatte Unterhaltung vom ernsten Gespräch bis zum Tratsch und tanzte auch zum Rhythmus der Musik. Auch hier galt wie immer, sehen und gesehen werden.

Bier, Spiel und Spaß

Fränkische Biere, frisch gebraut, gekonnt gezapft und mit Verstand getrunken, waren reichlich vorhanden. Dafür hatten die Brauereien Schmitt, Hartmann, Drei Kronen und Hoh neben etlichen auswärtigen Brauereien gesorgt. Auch die Kinder kamen zu ihrem Vergnügen, denn auf dem Rathausplatz hatten sie Spiel, Spaß und Unterhaltung.

Der Schafskälte am Samstag trotzten viele durch "Koloniebildung" ähnlich der Pinguine in der eisigen Antarktis. Den leichten Regen am Sonntag nahm man schließlich gelassen hin, etwas anderes bleibt einem bei schlechtem Wetter bei Veranstaltungen im Freien sowieso nicht übrig.