Acht Spielzeiten hat Johan Roijakkers für Kontinuität bei der BG Göttingen gebürgt. Als Nachfolger des jetzigen Brose-Trainers wurde bei den Veilchen im Herbst ausgerechnet sein Vorgänger in Bamberg , Roel Moors , vorgestellt. Ein Wechselspiel auf der Trainerbank, das sich bislang - zumindest wenn man die nackten Zahlen betrachtet - noch für keinen Klub auszahlt. Sowohl die Bamberger als Tabellenachter (sechs Siege, acht Niederlagen ) als auch die Göttinger als Tabellen-16. (drei Siege, zehn Niederlagen ) bleiben hinter den Erwartungen zurück.

Bei den Niedersachsen scheint die Lage vor dem direkten Duell am Freitag in Göttingen (20.30 Uhr, live bei Magentasport) nach der 90:102-Heimniederlage gegen das Schlusslicht Rasta Vechta, der neunten Pleite in den vergangenen zehn Partien, aber noch etwas angespannter als in Oberfranken zu sein.

Herr Moors, mit fünf Siegen aus den ersten sechs Pflichtspielen legten Sie mit Ihrem neu formierten Team einen beeindruckenden Saisonstart hin. Warum läuft es seitdem nicht mehr rund für die BG Göttingen ?

Roel Moors : Das hat mehrere Gründe. Erstens hatten wir einige Verletzungen, mit denen wir nicht gut klargekommen sind. Aber wir haben auch schon die ganze Saison Probleme in der Defensive. Wenn man dann einige Spiele in Folge verliert, wird es mental nicht einfacher.

Ihre Mannschaft kämpft während des Spiels mit der Konstanz, leistete sich zuletzt mindestens immer ein sehr schlechtes Viertel. Fühlen Sie sich da ein wenig an die letztjährige Bamberger Saison erinnert?

Das sind zwei ganz unterschiedliche Situationen. Letztes Jahr in Bamberg lagen die Probleme nicht hauptsächlich in der Defensive, eher in der Teamchemie.

Was unterscheidet Ihre tägliche Arbeit in Göttingen mit der in Bamberg ?

Der größte Unterschied ist, dass in Göttingen weniger Menschen im Klub arbeiten und ich deswegen mehr Verantwortung und Aufgaben habe. Aber die Arbeit auf dem Parkett ist nicht so unterschiedlich.

Für beide Teams hat die Partie richtungsweisenden Charakter. Wer hat den größeren Druck und auf was wird es ankommen?

Die Saison entscheidet sich nicht in einem Spiel im Januar, aber dass wir dringend einen Sieg brauchen, ist klar. Für uns ist wichtig, defensiv eine bessere Leistung zu zeigen und das Spiel offensiv über 40 Minuten besser zu kontrollieren. Diese Konstanz, sowohl offensiv als auch defensiv, fehlt uns momentan.

Haben Sie trotz des großen personellen Umbruchs bei Brose noch Kontakt nach Bamberg ? Was trauen Sie der neuen Mannschaft in dieser Saison zu?

Es ist wie Sie sagen: Es sind fast keine Personen aus dem letzten Jahr mehr dort, so dass der Kontakt sehr limitiert ist. Ich glaube, Bamberg hat ganz viel Qualität und genug Erfahrung, um dieses Jahr noch bessere Ergebnisse zu erzielen.

Nelson Weidemann haben Sie mit nach Göttingen gebracht. Wie sind Sie mit seiner Entwicklung zufrieden?

Nelson macht Schritte in eine gute Richtung, aber auch ihm fehlt Konstanz in seinen Entscheidungen und deswegen auch in seinen Leistungen. Manchmal braucht es Zeit, um die kleinen Fehler abzustellen.

Ihre jüngste Neuerwerbung, der lettische Guard Rihards Lomazs, kommt vom Euroleague-Team ASVEL Villeurbanne, war dort zumindest vergangene Saison fester Bestandteil der Rotation. Wie haben Sie es geschafft, einen solchen Spieler für den Abstiegskampf in Deutschland zu begeistern?

Ich bin schon seit einigen Jahren an diesem Spieler interessiert, weil er viele Qualitäten hat, die in meine Philosophie passen. Als er dieses Jahr erneut nicht viele Minuten im starken ASVEL-Kader bekommen hat, habe ich noch einmal versucht, ihn mit einer größeren Rolle und mehr Verantwortung zu überzeugen. Scheinbar hat das geklappt.

Brose-Neuzugang Alex Ruoff genießt in Göttingen beinahe Legendenstatus und beschäftigte sich mit einem Karriereende in Niedersachsen. War eine erneute Rückkehr nach Göttingen ein Thema?

Alex hat natürlich sehr viel Erfahrung und ist einfach ein guter Spieler. Trotzdem war eine Rückkehr nie ein Thema, weil ich nach einem anderen Spielertyp gesucht habe.