Noch vor wenigen Tagen hatte Finanzreferent Bertram Felix erklärt, dass der städtische Haushalt nichts zur künstlerischen Gestaltung der St. Elisabeth-Kirche beitragen wird. Das wären "falsche Prioritäten". Felix ging damit auf den Wunsch von Privatleuten ein, dass der Künstler Markus Lüpertz die Fenster dieses Gotteshauses neu gestalten soll.

Dieser Wunsch könnte nun tatsächlich realisiert werden, auch ohne Zuschuss aus dem Stadtsäckel. Denn am gestrigen Sandkerwa-Gottesdienst im Festzelt am Leinritt prophezeite Pfarrer Hans Lyer dieser Initiative Erfolg: "Die sechsstellige Summe ist aufzubringen", betonte er in seiner Predigt. "Wir sammeln bei denen, die geben können und wollen." Außerdem würden sich die "politischen Kräfte an die Oberfrankenstiftung wenden", so Lyer, der in sanierungsfreien Zeiten die Gottesdienste in der St.
Elisabeth-Kirche feiert.

Pfarrer Lyer speist seine Zuversicht aus der Tatsache, dass so illustre Persönlichkeiten wie Dompfarrer Gerhard Förch als "rector ecclesiae", Prälat Alois Albrecht, Ex-Künstlerhaus-Chef Bernd Goldmann oder Kunstförderer Professor Gerhard Seitz hinter dem Vorhaben stehen. Gleichwohl soll es nach Lyers Worten "eine Bewegung im Volke Gottes, in der Bürgerschaft für dieses hohe künstlerische, spirituelle und theologische Projekt" werden. Markus Lüpertz "kann Verkündigung und Predigt in Glas", weiß Lyer und verweist auf Beispiele wie die St. Andreas-Kirche in Köln oder die Kathedrale im französischen Nevers, für die Lüpertz außerordentlich bemerkenswerte Fenster geschaffen hat.

Die halbe Miete auf dem Weg zu hochrangigen Kirchenfenstern von St. Elisabeth ist sozusagen schon bezahlt: Markus Lüpertz will neben seinem "Apoll" an St. Elisabeth in Bamberg aktiv werden und schon einmal das Kirchlein im Sand als liturgischen Raum erleben. Das inhaltliche Programm für acht Fenster gibt die Vita der Kirchenpatronin Elisabeth von Thüringen vor: ihre Zuwendung zu Armen und Kranken, ihre Opferbereitschaft, ihre glaubwürdige Liebe zum Schöpfer. Nicht zuletzt durch die "Option für die Armen", die Papst Franziskus vorlebt, bekommt eine solche in Glas gegossene Ausrichtung brennende Aktualität.

Beim Dompfarramt wurde ein Spendenkonto einrichtet, Spendenquittungen werden ausgestellt.