Erzbistum Bamberg: Für das neue Jahr ruft der Erzbischof Ludwig Schick die Kirche auf, sich weniger mit sich selbst zu beschäftigen. Die Kirche solle "raus aus der Blase" und weg von der "Selbstbeschäftigung" und sich stattdessen ihrer eigentlichen Mission stellen: der Verkündigung. Schick ruft dazu auf, diese Verkündigung jederzeit in den Mittelpunkt zu stellen, die "selbstverständlich immer mit den beiden anderen - Gottesdienst und Caritas - unabdingbar in Verbindung steht", so Schick.

Was dazu gehöre: eine Überprüfung der Sprache, auch in Texten und Gebeten, der Liturgien und Riten sowie eine Überprüfung vieler Kirchenstrukturen. Es gelte, diese zu hinterfragen und zu verändern und an den Strukturen zu rütteln, die "zeitbedingt in der Vergangenheit entstanden" seien. Die Kirche müsse "raus aus der Blase der Selbstbespiegelung und der Sorgen um sich selbst, ihr Ansehen und ihre Güter hin zum Schatz der Kirche", so der Erzbischof am Jahresabschluss.

Erzbistum Bamberg: Schatz der Kirche - "die Bewahrung der Schöpfung"

Der Schatz der Kirche, der Schatz Jesu Christi bestehe darin, dass alle Menschen die gleiche Würde und die gleichen Rechte haben. "Der Schatz unseres Glaubens besteht darin, dass wir uns für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung einsetzen", sagt Erzbischof Schick. Konkret nennt er den Schutz des Sonntages, der für das persönliche, soziale und kulturelle Leben unabdingbar sei.

Außerdem setze sich Schick für die Achtung und den Schutz liebevoller Beziehungen ein. "In der Ehe oder in anderen Lebensformen", so der Erzbischof, "weil sie Liebe sind und die Liebe für das gute Leben bewahrt werden muss".

Man habe gut durchgehalten, erklärt der Bischof über das von der Pandemie geprägte letzte Jahr. Auch die Kirche habe entgegen anderen Darstellungen gut durchgehalten. Besonders für die vulnerablen Gruppen habe die Kirche mit Gottesdienstangeboten und der Seelsorge ihre Aufgaben erfüllt. Schick brachte die Hoffnung zum Ausdruck, dass es zu Silvester 2022 heißen wird: "Wir sind rausgekommen aus der Pandemie und auch aus vielen Nöten und Sorgen, die damit verbunden waren. Wir können neu und anders beginnen!"