Die Kinder wissen nicht, wo sie spielen sollen. Ein etwa zweijähriges Mädchen steht bei Außentemperaturen um den Gefrierpunkt dick vermummt in den Gängen des Erstaufnahmelagers in Zirndorf herum. Kein Spielzeug, gerade mal ein Metallsitz an der Wand, den man auf und zuklappen kann. Großes Gedränge vor dem Schalter, wo sich die Neuankömmlinge registrieren müssen. Eine Verwaltungsangestellte stolpert über eines der herumlaufenden Kinder. Weinen, Geschrei, das Kind rennt zur Mutter, die Frau entschuldigt sich.

Es herrschen zum Teil chaotische Zustände in diesen Tagen im Zirndorfer Aufnahmelager. Weil die Verantwortlichen mit einer regelrechten Flüchtlingsflut konfrontiert sind. Täglich kommen Busse mit Neuankömmlingen, immer wieder hapert es mit der Weiterverteilung. Werner Staritz leitet seit 1992 die Zirnorfer Einrichtung, hat langjährige Erfahrung. Für 500 Flüchtlinge ist die ehemalige Kaserne in der Rothenburgerstraße ausgelegt. Derzeit seien hier 870 untergebracht. Offiziell beherbergt man in Zirndorf sogar 985 Asylsuchende.


Quote für Bayern ist 15,19 Prozent



Gut 100 sind noch in Dependencen in Nürnberg und Fürth untergebracht. Die Quote, welches Bundesland wieviel Asylsuchende aufzunehmen hat, ist genau geregelt. Bayern muss 15,19 Prozent der in Deutschland Asyl suchenden Personen unterbringen, erklärt Staritz.