In einer schon dramatisch zu nennenden Rettungsaktion haben Mitarbeiterinnen der Uni Bamberg eine Entenfamilie vom Dach der Teilbibliothek 4 gerettet. Die zehn am Wochenende geschlüpften Küken drohten beim Versuch ihrer Mutter zu folgen vom Dach des Bibliotheksgebäudes, das sich zwischen Kapuzinerstraße und Heumarkt befindet, in den Tod zu stürzen.

Bereits im vergangenen Jahr hatten Enten auf dem begrünten Bibliotheksdach gebrütet, berichtet Maike Bruns von der Pressestelle der Otto-Friedrich-Universität. Damals, so Bruns weiter, habe der Versuch der Entenmutter, ihren Nachwuchs von dort in die Regnitz lotsen, tödlich geendet.

Von ihren Arbeitsplätzen haben die Mitarbeiterinnen des Dezernats Kommunikation einen direkte Aussicht auf die akademische Brutstätte. Als sie am Montagfrüh entdeckten, dass die Küken übers Wochenende geschlüpft waren, schritten tatkräftige Helferinnen aus verschiedenen Abteilungen der Universitätsverwaltung zur Aktion.

Zwei Küken folgten der Mutter


Es war höchste Zeit. Die Entenmutter hatte zu diesem Zeitpunkt bereits das Bibliotheksdach verlassen und wartete etliche Meter tiefer im Hof auf ihren Nachwuchs. Und tatsächlich sprangen zwei der Küken beherzt hinterher und in die Tiefe, schildert eine Sekretärin aus dem Vorzimmer des Präsidenten die kritische Situation. Über einen Notausgang gelangte sie mit zwei Kolleginnen auf das Dach der Bibliothek. Dort gelang es den Retterinnen die verbliebenen acht Küken einzufangen.

In einem Brotkorb sammelten sie dann auch noch die beiden kleinen Abenteurer im Hof samt Mutter auf und brachten sie zum Kranen.

Als dort die ganze Entenfamilie auf die Regnitz entlassen wurde, stellte sich allerdings heraus, dass eines der beiden abgestürzten Küken sich offenbar verletzt hatte, während das andere unbeschwert mit seinen Geschwistern auf dem Wasser schwamm.

Die Helferinnen verständigten daraufhin Monika Füllgraf von der Wildvogelhilfe, die das Tier aufnahm. Wie die leidenschaftliche Vogelpflegerin gestern berichten konnte, ist das Entlein zwar noch nicht wohl auf, aber es ging ihm bereits etwas besser als am Vortag.

Auch die Feuerwehr war von einer Uni-Mitarbeiterin verständigt worden, musste allerdings nicht ausrücken, als die Uni-Mitarbeiterinnen den Erfolg ihrer Rettungsaktion vermeldeten.