Die Energiewende will Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz unter einen Hut bringen, CO2 -Emissionen reduzieren und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen minimieren. Die Kosten hierfür müssen fair verteilt werden. Stattdessen profitieren derzeit scheinbar energieintensive Betriebe zu Unrecht von der EEG-Befreiung. Im Gegenzug werden Arbeitsplätze gefährdet, weil mittelständische Unternehmen überdurchschnittlich stark zur Kasse gebeten werden.

Die Energiewende ist eine der vordringlichsten Aufgaben der neuen Regierung. Doch damit weiter in die Erneuerbaren Energien investiert wird, sind klare Rahmenbedingungen nötig. Hierzu gehört vor allem ein Ausbau der Stromnetze, bei dem die Erzeuger Verantwortung für die Netzsicherheit übernehmen, sowie die Förderung neuer Technologien zur Gewinnung und Speicherung der Energie.

Die Direktvermarktung von grünem Strom muss ebenso verpflichtend werden wie die Schaffung ausreichender konventioneller Erzeugungskapazitäten - für die Zeiten, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht. Einbezogen werden sollten außerdem die Mobilität und der Wärmemarkt, die ebenso zur CO2 -Emission beitragen. Und nicht zuletzt ist es notwendig, die die nationalen Bemühungen auf europäischer Ebene zu verankern.


Wie wird das Projekt wieder auf Kurs kommen?

Zum Einen muss die Energiewende regionaler werden: Es bedarf einer dezentralen Erzeugung, dort, wo Strombedarf hoch ist, damit die Energie nicht quer durch die Republik geschickt wird. Wir brauchen Transparenz: Die Bürger haben das Recht zu erfahren, wofür und von wem ihre EEG-Umlage ausgegeben wurde.

Und als Drittes: Effizienz. Energiesparen ist nicht sexy, aber wirkungsvoll. Nur wer seinen Verbrauch reduziert, wird bei steigenden Kosten, Steuern und Umlagen seine Energierechnung in den Griff bekommen.

von Klaus Rubach, Geschäftsführer der Stadtwerke Bamberg