Die siebte Bamberger Einkaufsnacht kam auch heuer wieder gut an. Bis Mitternacht herrschte reges Treiben in der Fußgängerzone. Vor allem die Glühweinbuden wurden regelrecht bestürmt. Aber auch die meisten der geöffneten Geschäfte verbuchten gute Umsätze.

Einige Momentaufnahmen, eingefangen zwischen 20.30 Uhr und 22 Uhr, spiegeln ganz gut die Resonanz der siebten Bamberger Langen Einkaufsnacht wider: Parkplätze waren Mangelware und Autofahrer mussten schon etwas Geduld mitbringen. Die meisten Ampeln vor den Parkhäusern standen auf rot und ließen Autos nur noch dann einfahren, wenn auf der anderen Seite jemand wieder herausfuhr. Die Fußgängerzone war dicht bevölkert. Auf dem Weihnachtsmarkt und besonders an den Glühweinständen herrschte ausgelassene Stimmung und dichtes Gedränge. Die Lange Straße hingegen war bis auf einige wenige Passanten nahezu ausgestorben, obwohl hier manche Geschäfte mit nächtlichen Rabatten bis zu 30 Prozent lockten.


Weihnachtliches Kaufverhalten

Ein ganz anderes Bild bot sich in den Läden in der Fußgängerzone. Besonders die Parfümerien und Boutiquen erfreuten sich zahlreicher Kunden. Und im Kaufhaus Karstadt kam gegen 22 Uhr sogar dessen Geschäftsführer Alfons Distler angesichts der langen Schlangen vor den Kassen in Stress. "Ich habe im Vorfeld wirklich nicht gerechnet, dass wir zwei Stunden vor Ladenschluss noch einmal derart überrannt werden", so der Karstadt-Chef. Zumal, wie er betonte, der Umsatz am gesamten Samstag sicherlich einer der stärksten des gesamten Jahres war.

"Unsere Erwartungen haben sich voll erfüllt. Und da das Wetter auch noch mitspielte, konnten wir heuer das Vorjahresniveau sogar noch toppen", freute sich Distler. Das zeige einmal mehr, wie wichtig solche Veranstaltungen für den Einzelhandel und die Innenstadt seien. Gekauft wurde übrigens dem Karstadt-Geschäftsführer zufolge "weihnachtlich". Soll heißen: die Kunden griffen gleichermaßen auf Schuhe, Parfüms, Kleidung, Haushaltswaren und Spielsachen zu.


Marktbeschicker zufrieden

Eine erfreuliche Bilanz zog auch Georg Fischer von den Marktkaufleuten und Schaustellern: "Nach dem verregneten Weihnachtsmarktauftakt, freuen wir uns natürlich über das optimale trockene und kühlere Wetter. Das bescherte uns einen großen Zulauf an Besuchern." Daher sei der Weihnachtsmarkt kontinuierlich vom frühen Nachmittag bis in die späte Nacht hinein stark frequentiert gewesen.

Während tagsüber das Publikum laut Fischer noch bunt gemischt gewesen sei, hätte die Nacht eher junge Menschen angezogen. Erleichtert zeigte sich zudem der Vorsitzende der Schausteller, dass bei den Weihnachtsmarktbesuchern, keine Angst vor Terroranschlägen zu spüren sei.

Citymanager Klaus Stieringer war sich hingegen sicher, dass die siebte Lange Einkaufsnacht an die Erfolge der vergangenen Jahre nahtlos anknüpfte. Und auch er unterstrich, wie wichtig derartige Aktionen für den Einzelhandel seien. "Neben dem verkaufsoffenen Sonntag ist die Einkaufsnacht die zweitwichtigste Veranstaltung im Jahreskalender des Einzelhandels. Zumal diese beiden Veranstaltungen zeigen, dass der Online-Handel auch zukünftig niemals das Einkaufs(er)leben in der Innenstadt ersetzen kann", resümierte Stieringer.


Lästige Parkplatzsuche

Und wie urteilten die Besucher? Abgesehen von der lästigen Parkplatzsuche, die fast eine halb Stunde dauerte, genossen auch Uwe und Martina Franke und ihre Tochter Martina das nächtliche Einkaufserlebnis. "Besser als dumm vor der Flimmerkiste zu sitzen", war sich die Familie aus Haßfurt einig. Alle drei genossen einen ausgiebigen Bummel über den Weihnachtsmarkt ebenso wie eine Einkaufstour durch die Geschäfte.