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Bamberg
Prozess

Beute in Millionenhöhe: Oberfränkisches Gericht verhängt mehrjährige Haftstrafen für Sparkassenbetrüger

Weil sie Sparkassenkunden mithilfe gefälschter E-Mails um rund eine Million Euro betrogen haben sollen, standen vier Männer in Oberfranken vor Gericht. Am Dienstag wurde das Urteil gesprochen.
 
Das Urteil des Bamberger Landesgerichts soll am Dienstag fallen. Symbolfoto: whim_dachs / Adobe Stock
Das Urteil des Bamberger Landesgerichts soll am Dienstag fallen. Symbolfoto: whim_dachs / Adobe Stock

Sparkassenkunden können aufatmen: Internetbetrüger hatten sich mit einer geschickten Methode Zugang zu den Kontodaten ihrer Opfer erschlichen. Das Landgericht Bamberg nahm sich der Sache an und verhängte nun mehrjährige Haftstrafen.

Update, 05.02.2020, 07.50 Uhr: Landgericht Bamberg verhängt mehrjährige Haftstrafen

Wegen Computerbetrugs in Millionenhöhe müssen drei Männer mehrjährige Haftstrafen absitzen. Das entschied das Landgericht Bamberg am Dienstag (4. Februar 2020). Eine vierten Angeklagten verurteilten die Richter nach Angaben eines Gerichtssprechers zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und einen Monat, die zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Die vier Männer hatten laut Anklage Sparkassenkunden um mehr als eine Million Euro gebracht. Sie verschickten im Auftrag von zwei unbekannten Nutzern im sogenannten Darknet gefälschte E-Mails an die Kunden, um an deren Daten zu kommen. Daraufhin loggten sie sich in deren Konten ein und änderten das Tan-Verfahren. Die unbekannten Nutzer hoben dann so viel Geld wie möglich von den Konten ab. Ein Drittel des Geldes teilten die Angeklagten untereinander auf.

Die Richter verurteilten die Männer aus dem Raum Chemnitz wegen gewerbs- und bandenmäßigen Computerbetrugs. Sie erhielten Haftstrafen zwischen zwei Jahren und einem Monat und drei Jahren und sieben Monaten.

Mit Betrüger-Masche an Kontodaten

Wie die Pressestelle des Gerichts mitteilte, kamen die aus dem Raum Chemnitz stammenden Angeklagten im Alter zwischen 22 und 29 Jahren über das sogenannte "Darknet" mit ihren Mittätern in Kontakt. Diese konnten allerdings zu Beginn der Ermittlungen nicht identifiziert werden. Mithilfe gefälschter E-Mails lockten die Betrüger Sparkassenkunden auf angebliche Internetseiten der Bank, wo sie ihre Kontodaten preisgeben sollten. Daraufhin überprüften die vier beschuldigten Männer wohl die Kontostände der Betroffenen und veranlassten eine Änderung des TAN-Verfahrens. So konnten die beiden Komplizen Geld auf andere Konten übertragen.

Insgesamt sollen die Täter mit dieser Masche rund eine Million Euro von Sparkassenkunden ergaunert haben. Davon konnten lediglich 270.000 Euro zurückgeholt werden. Zwei Drittel der Beute blieb bei den beiden Unbekannten. Das übrige Drittel sollen die vier Angeklagten untereinander aufgeteilt haben.