Nicht das nötige Verständnis für zeitgemäßes Wohnen sieht Thomas Siebenhaar, Geschäftsführer der "Bauart" Immobilien GmbH, bei der Gemeinde Memmelsdorf. Seit zwölf Monaten verhandelt er mit der Kommune über bauliche Veränderungen an seinen Liegenschaften in der Stockseestraße in Lichteneiche - bisher ohne den gewünschten Erfolg. "Wir möchten dieses Areal fit für die Zukunft machen, ein modernes Mehrfamilienhaus schaffen mit neuen Wegen und Stellplätzen", umreißt er seine Vorstellungen. Doch die der Gemeinde Memmelsdorf sind andere: Im Rathaus möchte man den alten Ortskern von Lichteneiche so lassen, wie er ist.

Dabei ist "Altort" eigentlich zu viel gesagt, denn Lichteneiche ist keineswegs "alt". Erst nach dem Zweiten Weltkrieg entstand die Siedlung, um Vertriebenen eine neue Heimat zu geben. Der Bebauungsplan "Altort" hat bis heute Gültigkeit, die Gemeindeväter von heute wollen daran festhalten. Diese Absicht bekundeten jedenfalls der Bau- und Umweltausschuss und der Gemeinderat gleichermaßen in den vergangenen Tagen und Wochen. "Der Ortskern ist seit den 1950-er Jahren unverändert und sollte so beibehalten werden", sagen Bürgermeister Johann Bäuerlein (CSU/WLW) und Bauamtsleiter Michael Karmann unisono.

Doch der Bebauungsplan von anno dazumal genügt in manchen Festsetzungen offenbar nicht mehr den Anforderungen von heute. Im Gemeinderat wurde die Frage nach der Gültigkeit aufgeworfen, die auch von Thomas Siebenhaar in Frage gestellt wird. Die näheren Einzelheiten dazu scheinen baurechtlich sehr komplex zu sein.
Thomas Siebenhaar weist lediglich darauf hin, dass die von ihm ins Auge gefassten Veränderungen in jedem Fall genehmigungsfähig sind. "Wir möchten die Gebäude an der Stockseestraße mit den Nummern 5, 7, 9 und 11 um jeweils eine Etage aufstocken und auf einer Freifläche ein weiteres Gebäude mit sechs Wohnungen errichten", umreißt er seine Absicht. Das sei in jedem Falle statthaft. Fürs erste würde das Baurecht genügen, da insbesondere die Aufstockung in Abstimmung mit den Mietern frühestens in acht bis zehn Jahren erfolgen soll. Veränderungen an der jeweiligen Wohneinheit seien von der Zustimmung der Mieter abhängig.

Rechtsstreit vermeiden


Getrennt hat sich Siebenhaar bereits von der Absicht, zwei weitere Gebäude zu errichten und für die vier Häuser an der Stockseestraße mit Anbauten die Wohnqualität zu verbessern. Architektonisch würden sich die Änderungen sehr gut in das Wohngebiet einfügen. Einen Rechtsstreit will Siebenhaar aber vermeiden, obwohl er die ablehnende Haltung der Kommune als unbegründet ansieht.

Die Gemeinde Memmelsdorf will vor allem "eine baurechtlich saubere Sache", so Michael Karmann. Auf der sicheren Seite stehe man aber nur mit einem neuen Bebauungsplan, dessen Aufstellung vom Gemeinderat denn auch einstimmig beschlossen wurde. Er sieht die Ausweisung eines allgemeinen Wohngebietes vor, das vom Wohngebiet Fasanerie, der Staatsstraße 2190 und im Westen von der Schlesierstraße umgrenzt werden so