Bamberg
Bausubstanz

Ein Schmuckstück im Schatten der Oberen Pfarre

Der Traum vom Altbau mit Stuckdecke wurde für ein Ehepaar bereits 2010 wahr. Nun ist im Anwesen am Unteren Kaulberg 3 alles denkmalgerecht hergerichtet - und prämiert.
Das sanierte Anwesen Unterer Kaulberg 3 Foto:  Riegerpress
Das sanierte Anwesen Unterer Kaulberg 3 Foto: Riegerpress
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Das Ehepaar Gunreben-Stempfle hat den mit 5000 Euro dotierten Förderpreis 2012 zur "Erhaltung historischer Bausubstanz" der Stiftung Weltkulturerbe-Stadt Bamberg erhalten. "Ich glaube, wir haben während der Umbauphase Tonnen von Bauschutt weggeschafft, damit unsere Arbeiter freie Bahn hatten", erinnerte sich Birgit Gunreben-Stempfle, als sie zusammen mit ihrem Mann im Renaissancesaal des Rathauses Schloss Geyerswörth den Preis in Empfang nahm.

In weniger als fünf Monaten hatte das Ehepaar das im Mai 2010 erworbene Anwesen Unterer Kaulberg 3 komplett generalsaniert und das Dachgeschoss ausgebaut. Inzwischen erfüllt die junge fünfköpfige Familie das Haus mit neuem Leben. Außerdem befindet sich auch Joachim Stempfles Firma mit 20 Mitarbeitern im Haus sowie eine Silberschmiede. "Die besondere Herausforderung bei der Generalsanierung war der Ausbau des historischen Dachwerkes", betonte der leitende Architekt, Jürgen Rebhan.


Das Anwesen Unterer Kaulberg 3 wurde urkundlich erstmals im Jahre 1485 erwähnt. Es diente damals unter den Namen "Zum Grünen Baum" als Gasthaus. Der Dachstuhl wies statisch-konstruktive Schäden auf.
Dennoch ist es am Ende gelungen, alle Vorgaben zu erfüllen. "Im Erdgeschoss haben wir neue Räume für die dort angesiedelte Silberschmiede geschaffen, in den Obergeschossen Platz für die junge Familie. Und das Dachgeschoss konnten wir so ausbauen, dass es Raum für ein Unternehmen bietet", resümierte der Architekt.

Dabei habe man alle vorgeschriebenen denkmalpflegerischen Auflagen erfüllen und insbesondere die historischen Fenster, Stuckdecken und Wandmalereien restaurieren können. Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD), zugleich Vorsitzender der Stiftung "Weltkulturerbe Stadt Bamberg", lobte den Mut, aber auch das Engagement der Eheleute: "Obwohl Sie um den baulichen Zustand wussten, haben Sie dennoch das Anwesen erworben und die Sanierung zügig durchführen lassen".

Gleichzeitig unterstrich Starke, wie wichtig es sei, dass Bürger sich um den Erhalt des historischen Erbes von Bamberg kümmerten. Denn das Stadtdenkmal Bamberg sei mit einer Fläche von rund 425 Hektar eines der größten Flächendenkmale in Deutschland. Das Gebiet umfasst etwa 4500 Gebäude. Davon seien circa 2000 Einzeldenkmale und 2500 Ensemblehäuser. "Die Stadt Bamberg wäre finanziell überfordert, wenn sie die Bewahrung der Bausubstanz dieser riesigen Fläche alleine stemmen müsste", sagte der Oberbürgermeister.