Burgellern
Entdeckung

Ein Schatz unter dem Teppichboden

Unter dem Teppichbelag im Treppenhaus von Schloss Burgellern stießen die neuen Besitzer auf Intarsien-Böden. Die Einlegetechnik wurde ansonsten nur bei wertvollen Möbeln angewandt.
Die Expertengruppe ist mit Schablone und viel praktischer Erfahrung zugange, um das Puzzle aus den etwa vier Quadratzentimeter kleinen Furnierstücken wieder zusammenzufügen. Im Bild Marko Domschke von einer Spezialfirma aus dem Erzgebirge, der mit Schablonen die Intarsien vermisst und die schadhaften und abgenutzten Teile des Holzes erneuert. Foto: pr
In Schloss Burgellern wurde bei Malerarbeiten per Zufall ein "Schatz unter dem Teppich" entdeckt: "Er ist zwar etwas mit Füßen getreten worden, hat aber wegen der hochwertigen Arbeiten auch das gut überstanden", sagt der Bamberger Restaurator Thomas Brehm. Wer die Intarsien-Böden einst angefertigt hat, ist noch ungewiss. "Sie waren nirgends dokumentiert!",sagt Kunsthistorikerin Birgit Kastner. Fest steht aber: Den Herren von Buseck war für einen rustikalen Prunk in ihrem Schloss nichts zu teuer.
Schlossherr Joachim Kastner bemühte sich um Experten und Fördermittel zur Restaurierung - mit Erfolg: Nach der Untersuchung der historischen Parkettreste durch Stefan Grimm von der Bundesfachgruppe der Parkettrestauratoren, dem Placet des Denkmalschutzes und der Zusage der Fördermittel durch die Oberfranken-Stiftung konnte die Durchführung in die Hände der denkmalpflegerisch versierten Parkettexperten gelegt werden.
Die Restauratorengruppe ist begeistert, denn ein solches Schmuck-Parkett ist im fränkischen Raum eine große Rarität. "Am außergewöhnlichsten für einen Fußboden ist die Technik: Der Belag besteht aus unzähligen kleinen quadratischen Furnierstücken. Selbst die Intarsien sind so zusammengesetzt", schildert Parkettrestaurator Stefan Grimm die Arbeit. Ähnliche Schmuckböden, wenn auch weniger filigran, kenne man nur aus der Neuen Residenz und dem Schönborn-Schloss Wiesentheid.
Wenn nach Abschluss der Restaurierung auch die Oberfläche des Fußbodens für heutige Beanspruchung behandelt ist, kann das Stiegenhaus von Schloss Burgellern bei Führungen bewundert werden. Im Rahmen des Schlossfestes am 3. Juli werden stündlich Besichtigungen in Kleingruppen (Anmeldung) angeboten.
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