Auch wenn sich das Jahr 2019 langsam dem Ende zuneigt: Die Klimaschutzdemos von Fridays for Future gehen in die nächste Runde. Zum vierten weltweiten Klimastreik waren allein in Deutschland an 500 Orten Hundertausende auf den Straßen. In Bamberg kamen auf dem Weg vom Bahnhofsvorplatz zur Schlusskundgebung am Heumarkt 1300 Teilnehmer zusammen.

Neben mehrfacher Kritik am Klimapaket der Bundesregierung waren viele Themen vor Ort wichtig. Riccardo Schreck, ein Sprecher des Bamberger Klimaschutzbündnisses, kritisierte die Vertagung des Klima- und Artenschutzprogrammes auf die nächste Sitzung des Umweltsenates im April: "Wenn die Stadt Bamberg es ernst meint mit ihren Bemühungen für den Klimaschutz, dann muss noch in diesem Jahr ein Programm mit notwendigen Maßnahmen auf den Weg gebracht werden." Das Klimaschutzbündnis, welches 20 umweltpolitische Organisationen in der Stadt vereint, sieht alle Fraktionen, die Stadtspitze und die Stadtverwaltung in der Pflicht, einen Fahrplan für die Verringerung von Treibhausgasen aufzustellen, welcher dann von einem Klimaschutzmanager überwacht werden sollen.

Gefahren erkennen

"Bereits jetzt sterben im Hain Bäume ab, denn der Grundwasserspiegel sinkt", mahnt Agathe Kocher von Greenpeace in Bamberg. Die Verwaltung habe die Aufgabe, Gefahren zu erkennen und rechtzeitig abzuwehren. Klimawissenschaftler Thomas Foken von den Scientist for Future warnte vor großen Veränderungen in der Region: Eine Änderung der Zirkulation sorge für mehr Hitzetage über 30 Grad Celsius in Nordbayern sowie mehr Trockenheit. "In Bamberg haben wir bereits die 1,5 Grad Erwärmung erreicht", berichtete Foken. Nicht nur die jüngere Generation müsse auf die Straße gehen: Auch die Älteren müssten ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten.

An der Schlusskundgebung wurde auch kreativ auf das Thema Klimaschutz eingegangen. Poetry Slamerin Maron Fuchs nahm sich das Thema Mobilität vor. Sie forderte eine "Mentalitätswende", gegen den Leistungsdruck und die Einstellung, ständig auf Achse sein zu müssen.

Schauspieler Martin Neubauer mimte eine älteren Bamberger mit Hut und falschem Schnauzer, der sich nur über "Schulschwänzer" aufregt und seine persönliche Verantwortung zum Klimawandel abstreitet. Da stellt der Schauspieler die Frage: "Wer ist konservativ? Derjenige, der den Planeten bis zum Ende ausbeutet oder derjenige, der für das Überleben des Planeten einsteht?" Die Zuhörer danken mit großem Applaus.