Weil es einer der letzten feierlichen Empfänge aus Anlass der deutsch-amerikanischen Freundschaftswoche war, musste es ein besonderer Rahmen sein: Der Landkreis Bamberg hatte auf Schloss Reichmannsdorf eingeladen, dem neuerdings ein 75-Betten-Hotel angeschlossen ist. In einem großen Zelt vor dem Haupteingang trafen sich hochrangige Vertreter aus Kommunalpolitik, Behörden, Wirtschaft und Kirchen.

Der Veranstaltungsort war es wohl, der die Anmeldungen in die Höhe hatte schießen lassen: Landrat Günther Denzler berichtete von über 300 Anmeldungen. Nach seiner Ansprache und der des Garnisonskommandeurs, Oberstleutnant Steve L. Morris, nutzten die Gäste die Gelegenheit, sich vom Hausherrn, Ferdinand von Schrottenberg, durch das 1719 von Dientzenhofer erbaute Barockschloss führen zu lassen. Mehrere Räume dienen dem Hotel heute als Tagungs- und Veranstaltungssäle.

Günther Denzler sprach von "einem Stück Wehmut", das sich in die Veranstaltung schleiche, weil der Abzug der Amerikaner nun definitiv für 2014 beschlossen sei. In den 67 Jahren der Bamberger US-Garnison seien viele Freundschaften entstanden. Ganz persönlich erinnerte sich Denzler an die ersten "aufregenden und spannenden Begegnungen" mit Amerikanern, die erste Cola seines Lebens und den ersten Kaugummi, der "am Gaumen kleben blieb".

Bamberg habe den Amerikanern die Begeisterung für den Basketball zu verdanken und damit letztendlich die mehrfache deutsche Meisterschaft. "Sicher ist, dass Sie als Pioniere des Basketballs gelten können", sagte er an die Adresse der Amerikaner gerichtet. Sicher sei aber auch, dass die Vereinigten Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Marshall-Plan für den wirtschaftlichen Aufschwung Deutschlands verantwortlich gewesen seien und den Grundstein für die demokratischen Strukturen gelegt hätten.

Garnisonskommandeur Steve L. Morris sprach von einer guten Atmosphäre, von Kameradschaft, Respekt und Vertrauen zwischen Amerikanern und Deutschen. Dank der Arbeit der Stabsfeldwebel und Kommandeure seien "solide und langlebige Verbindungen" aufgebaut worden. Morris kündigte an, dass es im Juli noch einen Kommandowechsel geben werde. Für ihn und seine Frau Johanna stehe aber jetzt schon fest, in Bamberg die schönste Zeit ihres Lebens verbracht zu haben.