Bezeichnungen für Ämter haftet seit jeher eine gewisse Spröde an. Das ist auch beim Amt für Umwelt, Brand- und Katastrophenschutz nicht anders. Doch einmal die Oberfläche aufgekratzt, kommen vielfältigste Aufgaben und Tätigkeitsbereiche zum Vorschein: Naturschutz, Klimaschutz, Abfallwirtschaft, Immissionsschutz.

Und wenn man noch weiter in die Tiefe geht: Ressourcen-Sicherung, ökologischer Fußabdruck, Saisonalität, Fairtrade und Nachhaltigkeit. Eine umfangreiche Aufgabe, der das Amt seit nunmehr 25 Jahren nachgeht. Einen Rück- und Ausblick anlässlich des runden Jubiläums gab es bei einer Feierstunde in der Universität.

Sein Jubiläum feiert das Amt nicht mit einem pompösen Fest.
Stattdessen gab es bereits im Juli einen Aktionstag auf dem Ostplateau des Kloster Michelsberg, bei dem diverse Gruppen, Vereine und Organisationen sichtbar machten, womit sich das Amt beschäftigt.

"Das Amt verstand sich seit jeher nicht nur als ausführendes Organ, sondern auch als Dienstleister für die Bürger Bambergs mit Informationen und Beratung zu allen Umweltthemen", rekapituliert denn auch Ralf Haupt, Sozial-, Ordnungs- und Umweltreferent der Stadt Bamberg, das Leitmotiv des "grünen Amtes" der Stadt Bamberg zu Beginn der Jubiläumsveranstaltung. "

Amtsleiter Herbert Schütz gab im Anschluss einen Rückblick auf das 25-jährige Wirken des Amtes. Der Gründung und ersten maßgeblichen Gehversuchen unter der Ägide des Altbürgermeisters Max Reichelt, der ebenso wie der ehemalige Amtsleiter Rudolf Gnad zu den Zuhörern gehörte, folgte bereits im Jahr 1991 ein erster wichtiger Schritt zur Bewältigung der immer komplexer werdenden Zukunft: die Anschaffung eines Ozonmessgerätes und die Verabschiedung der Bamberger Abfallwirtschaftssatzung.

Das Prinzip Nachhaltigkeit

Es folgten Meilensteine wie der Umweltkalender, die lokale Umsetzung der Agenda 21, eine Verkehrslärmkarte, eine ständige Problemmüllannahmestelle, Fischpässe und -wanderhilfen oder zuletzt in diesem Jahr die Etablierung Bambergs als "Fairtrade-Town" sowie die Strategie für Biologische Vielfalt.

Einen sehr vertieften Einblick in das Prinzip Nachhaltigkeit aus individueller Sicht zeigte der Gastvortrag von Marcel Hunecke, Professor für Allge meine, Organisations- und Umweltpsychologie an der FH Dortmund. "Mehr Sein als Haben" lautete der Titel seiner Ausführungen über die Förderung nachhaltiger Lebensstile.

Der Materialismus ziehe sich als roter Faden durch vieler Individuen Leben, dabei besitze er zwei wesentlich "toxische Wirkungen": Er führe zu sozialen Vergleichsprozessen ("mein Nachbar hat ein neueres, größeres Auto, also geht es ihm besser") und vernachlässige soziale Beziehungen.

Eine von Huneckes Leitfrage lautete daher: "Wie und wodurch aber erlangen wir Lebenszufriedenheit jenseits von materiellem Konsum und Wirtschaftswachstum?" Hunecke präsentierte die sechs wesentliche psychischen Ressourcen, mit denen der individuelle Weg zur Nachhaltigkeit gelingt: Genussfähigkeit, Selbstakzeptanz, Selbstwirksamkeit, Achtsamkeit, Sinnkonstruktion und Solidarität.

Ein sehr wissenschaftlicher und fordernder Vortrag, der jedoch zu vielen Zuhörern vordrang, wie die Resonanz in der anschließenden Diskussion und Fragerunde zeigte.