Zu einem für die Region eher ungewöhnlichen Einsatz wurden am frühen Dienstagabend die Einsatzkräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk (THW) und Polizei in die Heidengasse im Stadtteil Gaustadt gerufen. Dort hatte man bemerkt, dass die tragende Außenmauer eines Reihenhauses einzustürzen drohte.



Angeblich, so wurde unserer Zeitung mitgeteilt, erkannte man den Schaden an einem von vier aneinander gebauten Reihenhäusern aufgrund eines Wasserrohbruches. Man vermutete zunächst einen Rohrbruch im Innern eines dieser Gebäude. Bei näherer Untersuchung jedoch stellte sich heraus, dass an einem der Reihenhäuser ein größerer Schaden am Haus vorhanden ist und die Gefahr eines Einsturzes droht.

Das Reihenhaus befindet sich an einem Hang. Es war zuvor an eine Familie vermietet gewesen. Zum Zeitpunkt des Einsatzes war es jedoch unbewohnt, da die Mieter bereits ausgezogen waren.
Die Bewohner von drei angrenzenden Reihenhäusern - insgesamt 14 Personen - wurden aus Sicherheitsgründen evakuiert.

Helfer aus Forchheim dazugeholt
Das THW wurde nach Auskunft deren Pressesprecherin Nancy Seliger gegen 17.30 Uhr alarmiert, um das bedrohte Gebäude abzusichern. "Die Ortsgruppe Bamberg hat dann vor Ort sehr schnell festgestellt, dass zu diesem Einsatz ein höherer Personalbedarf benötigt wird. Daher wurden zu unseren 37 Helfern, weitere 32 aus Forchheim hinzugeholt", berichtete Seliger. Gemeinsam habe man versucht, das Haus zunächst von außen und dann von innen abzusichern. Dazu wurde schweres Gerät wie ein Kran und ein Holz-Abstützsystem verwendet.

Noch während dieses Holzgerüst angebracht wurde und die Innenabsicherungsarbeiten liefen, traten im Mauerwerk erneute Risse auf. "Daraufhin mussten wir die Einsatzstelle sperren, da die Sicherheit unserer Leute nicht mehr gewährleistet werden konnte", schilderte die THW-Pressesprecherin. Nach weiterer Rücksprache mit der Polizei und der Feuerwehr sei man zu dem Ergebnis gekommen, dass eine weitere Absicherung nicht mehr zielführend und viel zu riskant sei.

Unglücksstelle ist mit Bauzäunen gesichert
Daher beschränkten sich die Einsatzkräfte darauf, eine Trümmerschutzwand zu errichten, damit die Nachbargebäude nicht von herabfallenden Mauerwerk oder dergleichen beschädigt werden. Nicht zuletzt deswegen konnten bisher Schäden an den Nachbargebäuden vermieden werden. Da sich die Arbeiten über die ganze Nacht hinzogen, wurden Mittwochfrüh gegen 5 Uhr weitere 27 THW-Helfer aus Coburg zur Ablösung hinzugezogen.

Die Bewohner der beiden äußeren Reihenhäuser konnten gestern wieder in ihre Gebäude zurückkehren. Die Unglücksstelle ist mit Bauzäunen gesichert. Für die dahinter gelegenen Gebäude hat der städtische Entsorgungs- und Baubetrieb zusammen mit dem THW einen provisorischen Fußweg als Zugang geschaffen.

Der Sachschaden ist noch nicht bezifferbar. Ebenso wenig steht die Ursache fest. Ob wirklich Renovierungsarbeiten am Keller des Hauses verantwortlich sind, untersucht zur Zeit die Kriminalpolizei Bamberg. Sie prüft auch ob möglicherweise der Tatbestand der Baugefährdung vorliegt.