Schutzpatron der Deutschen Jugendkraft (DJK) ist seit 1924 der heilige Heinrich. Die Gründung des Vereins erfolgte zwar 1920 in Würzburg, der Bamberger Bistumsheilige aber wurde als Schutzpatron gewählt. Warum dem Bamberger Heiligen diese Ehre zuteil wurde, weiß niemand so genau. Dass ihm nun ausgerechnet hier auch die heilige Maria Magdalena als zweite Patronin zur Seite gestellt wird, ist beachtlich und ebenso, dass hier in der Stadt die erste deutschlandweite DJK-Prozession stattfand.

Die Festveranstaltung im Mai in Würzburg musste coronabedingt abgesagt werden und die geplante große Wallfahrt in den Bamberger Dom mit über 1000 Teilnehmern wurde reduziert auf 38. Es waren die Repräsentanten des Präsidiums, der Diözesan- und Landesverbände, des Diözesanverbandes Bamberg, der Geistlichen Beiräte und der Sportjugend.

Sport, Gemeinschaft und Glaube

Dabei waren auch etwa 15 Fahnenträger aus ganz Deutschland. "Es sollte doch ein Zeichen in der Öffentlichkeit für 100 Jahre DJK gesetzt werden", sagte Elsbeth Beha aus Mannheim, die seit 2015 Präsidentin des Bundesverbandes ist. Sie steht an der Spitze von rund 1100 Vereinen mit etwa 500 000 Mitgliedern. Die DJK ist Mitglied im Deutschen Olympischen Sportbund und in europäischen und internationalen Sportverbänden. Die DJK-Sportjugend ist die eigenständige Jugendorganisation des DJK und hat über 250 000 Mitglieder.

Die Bamberger Wallfahrt begann am Bistumshaus St. Otto. Präsidentin Beha freute sich sichtlich. Sie erinnerte an die Grundpfeiler der DJK: Sport, Gemeinschaft und Glaube. "Die Freude am Sport und in der Gruppe und die christliche Werteorientierung sind uns wichtig. Auf diesem Boden kämpfen wir für Inklusion und Integration, für Antidoping und für Fairplay", verdeutlichte sie die DJK-Positionen unter dem Jubiläumsmotto: "Sein Bestes geben - in und für die DJK".

Unter den Gästen war auch der Trierer Weihbischof Jörg Michael Peters. Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick ließ es sich nicht nehmen, die Besucher schon am Beginn zu begrüßen und ihnen den Segen für die Wallfahrt zu spenden. Die erste Station hier stand unter dem Thema "100 Jahre Sport um der Menschen Willen".

Vom Hain zum Domplatz

Mit Liedern, meditativen Texten und Gebeten begann die Wallfahrt. Der Zug machte sich auf den Weg durch den Hain zur zweiten Station an der Regnitz, bei der Alten Schleuse 100. Der heilige Heinrich stand nun im Mittelpunkt der Gedanken. Es erklang auch die DJK-Hymne mit dem Refrain: "Wir treiben Sport, wir kämpfen, spielen, mit und ohne Ball. Hier kann ich mein Bestes geben. 100 Jahre mein Verein, DJK, Sport um der Menschen Willen."

Bei allen Stationen wurde vor dem religiösen Teil von Bamberger Vertretern ausführlich wie bei einer Stadtführung die Geschichte des Ortes und seiner Umgebung erklärt. Vor der Kreuzigungsgruppe auf der oberen Brücke tauchte die Wallfahrt ins weltliche Leben Bambergs ein. Einheimische und Touristen waren zu diesem Zeitpunkt unterwegs und bestaunten, teils neugierig, teils befremdlich, den DJK-Wallfahrts- und Fahnenzug. Maria von Magdalena, die unter dem Kreuz kniet, war hier der zentrale Punkt der Andacht.

Durch das Alte Rathaus ging es hinauf auf den Domplatz. Am Denkmal "Nabel der Welt" kam die DJK-Jugend zu Wort. Die Wallfahrer beteten stellvertretend für alle DJKler, die nicht teilnehmen konnten.

Via Youtube übertragen

Um zwei Uhr nachmittags wurden die großen, schweren Domglocken geläutet und die Wallfahrer zogen zusammen mit dem Erzbischof durch das nur selten geöffnete Fürstenportal in die Kathedrale ein. Der Gottesdienst wurde über das Videoportal Youtube live übertragen.

Die Eucharistiefeier im Dom feierte der Erzbischof in Konzelebration mit dem Trierer Weihbischof. Sportseelsorgerin Elisabeth Keilmann dankte anfangs dem Erzbischof für sein Engagement und die Wertschätzung der DJK. Dieser betonte in seiner Predigt die Bedeutung des Sports, der Gemeinschaft schaffe und verbinde. Er sagte weiterhin: "Der Sport ist Sorge für den Leib, der gesund und leistungsfähig sein soll. Er war immer eine Aufgabe der Kirche, für sie immer wichtig und soll es auch bleiben. Wir Christen unterscheiden Leib und Seele, trennen sie aber nicht."

Die Seele, mit dem Leib verbunden, fuhr der Erzbischof fort, belebe den Leib, gebe ihm ethische Orientierung und mache den ganzen Menschen aus ihm. Was man im Sport entdecke und einübe, könne man für jede andere Gemeinschaft, in der Familie, in der Arbeit und in der Politik einsetzen.

"Mit Weihbischof Peters und ihm sind der Sportbischof der Deutschen Bischofskonferenz und der sportlichste Bischof der Konferenz zur Feier gekommen", scherzte Schick mit Rückblick auf sein 25. Goldenes Sportabzeichen.

Nach der Predigt erklärte das Kirchenoberhaupt die Heilige Maria Magdalena offiziell zur zweiten Patronin der DJK. Dazu fügte er an: "Sie möge euch auch immer daran erinnern, dass ihr mit Christus verbunden bleibt. Da Maria Magdalena den Herrn gesucht und geliebt hat, empfing sie aus dieser Liebe Lebenskraft und Freude."

Symbolische Kerze entzündet

Als sichtbares Zeichen entzündete er an der großen DJK-Wallfahrtskerze eine Maria-Magdalena-Kerze und übergab sie an die Geistliche Bundesbeirätin Elisabeth Keilmann und die Heinrichskerze an die Präsidentin Elsbeth Beha. Beide Frauen freuten sich und brachten mehrmals zum Ausdruck: "Die Gleichstellung der Frau im Verband und in der Kirche ist sehr wichtig und der heutige Akt soll das auch so öffentlich und kirchlich demonstrieren und dokumentieren." Mit dem Schlusslied "Großer Gott wir loben dich" endete der feierliche Gottesdienst.

Die Spenden des Tages gehen über Adveniat an die Menschen in den Armenvierteln Paraguays in der Hauptstadt Asuncion. Nach der Agape im Kreuzgang des Doms wurde auch im Innenhof am Grabe des im letzten Jahr verstorbenen Domkapitulars Hans Wich und dessen langjähriger Zeit als DJK-Präses in der Erzdiözese gedacht.

Das Bamberger Organisationsteam um Präses Helmut Hetzel, Vorstand Matthias Distler und seine Stellvertreter Waltraud Weisel und Herbert Stillkerich freuten sich am Ende der Wallfahrt am meisten über die Zusage von Präsidentin Beha: "2022 werden wir diese Wallfahrt im Oktober wiederholen und in großer Zahl nach Bamberg kommen."

Der Gottesdienst kann unter www.youtube.com/watch?v=QKnQ34zTuhE angesehen werden.