Am Ende fällt die ganze Anspannung ab. Philipp Spittel darf mit Sängern, Tänzern und der hammermäßig guten Band im anhaltenden Applaus des reichlich enthusiasierten Publikums baden. Und dann gesteht der gar nicht so kühle Norddeutsche, dass ihm die Künstler der Musik-Gala "Mixtape", die im Bürgersaal von Stegaurach glanzvolle Premiere hatte, das abschließende Set, ein Rock-Medley, buchstäblich abgerungen hätten.

Er selbst habe einen Abend mit Songs und Balladen vor Augen und in den Ohren gehabt, sein Team aber wollte wenigstens ein Rock-Medley mit Knallern aus den 1980er und 1990er Jahren dabei haben. Über zwanzig musik- und tanzbegeisterten Laien, die allesamt wenigstens im Ansatz Profiqualitäten haben, konnte Spittel dann nicht widerstehen und so endete die Gala mit einem Strauß etwas ruppigerer Blüten von Guns n' Roses, 3 Doors Down, Bon Jovi, Matchbox Twenty und Def Leppard.

Wen es bis dahin über gut zwei Stunden Musik-, Gesangs- und Tanzpower auf den Sitzen gehalten hatte, der stand am Ende also doch beinahe noch Kopf. Verdammt heavy ist eben auch drauf, auf dem Mixtape, das Caro und Tim in ihrem längst verlassenen Kinderzimmer ihres Elternhauses beim Räumen finden. Das Mixtape lassen die beiden, charmant von Daniela Burkhardt und Alexander Röckl gespielt, laufen, während sie ihren im Elternhaus zurückgelassenen Kinder- und Jugendkram sichten und dabei in zarten, bisweilen sentimentalen, meist aber schönen Erinnerungen an die Jugendzeit schwelgen.

Und die lag bei den beiden eben im in den 1980er und frühen 1990er Jahren, womit der Mix für die Musik-Gala der Stegauracher Künstlerwerkstatt auch schon vorgegeben war.

Die Dramaturgie verfing von Anfang an. Madonnas "Like a Prayer" ging, von Kristina Bär und Rhea Nguyen dargeboten, sofort unter die Haut. Und Simone Becker legte mit einem "Eurodance-Medley" gleich noch einmal nach. Da passte alles, auch die zwischen existentialistischer Anmutung und schillernd-festlicher oder gar lasziver Provokation hin und her wogende Choreografie. Die ist von der stimmgewaltigen Olga Friedl unglaublich fantasievoll eingerichtet. Nur die Choreo für "Nothing compares to you" von Sinéad O' Connor war etwas zu rasant vorgetragen. Auch wenn Sängerin und Ahoi-Brause-Fan Pia Kaufmann und Philipp Spittel tapfer und melodisch-gurrend dagegen hielten.

Tänzer in der Spur

Egal, spätestens beim "Strong Enough" von Cher und dem Michael Jackson-Medley waren die Tänzer wieder in der Spur. Und die war sexy und knisternd - wie das bei einem etwas älteren Mixtape eben gerne mal der Fall ist.

Sensationell ging es nach der Pause weiter. Da gab es mit einem Mal die Girls, die die 90er Jahre bestimmten, und die Boy-Groups, wie Take That. Als sich die Jungs, Marcus, Georg, Philipp und Lorenz, da endlich einmal so richtig trauten, tobte der Saal. Auf dieser Woge der Begeisterung ließen sich die Mixtaper schließlich bis zum finalen Rock-Medley tragen.

Und wer nicht dabei war, der hat definitiv eine Gala der Extraklasse verpasst. Und, Achtung: In der Pause gibt es ein sensationelles Buffet.

Weitere Aufführungen: Die nächsten Gelegenheit, bei den "Mixtapes" mit dabei zu sein, bieten sich am 8., 9., 15., 16. und dann noch einmal am 22. November jeweils um 20 Uhr. Karten gibt es beim BVD- Kartenservice in Bamberg, bei Papier-La-Papp in Stegaurach sowie unter karten@die-kw.de.