Bamberger Bürger und Mitglieder der GAL- Fraktion versammelten sich am Mittwochabend am Erba-Gelände, um gegen den Abriss des zweiten Schläusenwärterhäuschens zu protestieren. Mit Plakaten bestückt machten sie ihrem Unmut Luft. Seit einem Jahr versucht die GAL – mittlerweile hat ein Antrag dreimal den Stadtrat passiert – den Abriss der Industriedenkmäler zu verhindern.
Auch Jörg Händler, Vorstand der Schutzgemeinschaft Alt Bamberg, und Heimatpfleger Ekkehard Arnetzl waren bei der Protestaktion anwesend und sprachen sich gegen einen Abriss aus. Organisiert wurde der Protest von Ursula Sowa, Fraktionsvorsitzende der GAL. Um das Denkmal zu retten, sucht die Schutzgemeinschaft für die Stadt einen privaten Investor, der bereit wäre, die Häuser zu kaufen und die Sanierungskosten zu übernehmen.

Stand der Dinge ist, dass eines der beiden Häuser erhalten bleibt, das so genannte Gehilfenhaus aber abgerissen werden soll. Für den Denkmalschützer Andreas Reuß ein Unding. „Die Häuser stellen wesentliche Industriedenkmäler der Stadt Bamberg dar und nur zusammen ergeben sie einen Sinn“, sagt er. Außerdem verstehe er nicht, dass im Grundgedanken der Landesgartenschau 2012 Bamberg Süd und Nord zusammenzubringen, die Häuser nicht eingeplant worden seien.

Eine Sanierung beider Häuser würde laut Hochbauamt der Stadt Bamberg 700 000 Euro kosten. Jörg Händler kann diese Zahl nicht nachvollziehen: „In dieser Zahl sind eine ganze Menge Nebenkosten eingerechnet, die sich sicherlich verringern lassen. Wir vom Verein wissen von einer Kostenschätzung für die Sanierung eines Hauses von 150 000 Euro.“

Ursula Sowa betonte, dass es sich bei dem Protest nicht um einen Aktion gegen die Landegartenschau handele, sondern für den Erhalt der Häuser. „Wir erhoffen uns, durch diese Aktion doch noch weitere Kaufinteressenten zu finden.“