Dumm gelaufen: Als die beiden Radler die Einbahnstraße in falscher Richtung befahren, kommt ihnen doch ausgerechnet ein uniformierter Gesetzeshüter entgegen - ebenfalls auf dem Fahrrad. "Die beiden waren ganz schön verdutzt, mit so etwas haben sie nicht gerechnet", erinnert sich Klaus Fuß.

Der Verkehrserzieher der Polizeiinspektion Bamberg und sein Kollege Franz Werner freuen sich über ihre neuen Dienstfahreuge auf zwei Rädern. "Allerdings hat sich dadurch auch unser Aufgabengebiet erweitert", weiß Klaus Fuß. Hätten sie in den letzten Jahren ihre Räder fast ausschließlich zur Verkehrserziehung eingesetzt - was aufgrund des Zustandes und der fehlenden Gangschaltung für die Beiden nicht immer ein Vergnügen gewesen sei - würden sie nunmehr mit den neuen Rädern auch auf Streife gehen. Voraussichtlich ein bis zwei Mal die Woche, je nach Arbeitsaufkommen, wird man die beiden Verkehrserzieher dann uniformiert in der Stadt antreffen.

In anderen Bundesländern sind uniformierte Fahrradstreifen mittlerweile ein alltägliches Bild. In Bayern, insbesondere in Oberfranken, gebe es jedoch noch Nachholbedarf, sagt Fuß. In Bamberg seien "Fahrradpolizisten" sogar ein absolutes Novum.

Ihr Augenmerk wollen die beiden Radpolizisten überwiegend auf Radfahrer werfen. "Wir werden aber auch andere Aufgaben wahrnehmen. Vor allem an Orten, an denen man mit dem Polizeiauto nicht oder nur schlecht rankommt", schildert Verkehrserzieher Fuß. So würden beispielsweise Jugendschutzkontrollen besonders in Parkanlagen und auf Spielplätzen durchgeführt.