Jeden Tag verbraucht ein Bamberger durchschnittlich rund 135 Liter Trinkwasser. Insgesamt sind es im Jahr 5,4 Millionen Liter, die die Weltkultur erbestadt benötigt. Obwohl Bamberg viele Quellen und Brunnen besitzt - alleine in der Südflur gibt es zwischen dem Stadtwald und den Hirschaider Büschen 74 Brunnen - reicht die Wassergewinnung bei weitem nicht aus. Schließlich soll ja auch niemand in heißen Sommertagen auf dem Trockenen sitzen. "Daher haben wir uns bereits vor 40 Jahren nach einem starken und zuverlässigen Partner umgesehen. Diesen fanden wir bei einem kommunalen Zweckverband, der Fernwasserversorgung Oberfranken (FWO)", erläuterte Stadtwerke-Chef Klaus Rubach in einem Pressegespräch unserer Zeitung. Seitdem erhält die Stadt rund zwei Drittel des benötigten Wassers von dem Zweckverband.

Über 20 Jahre stammte dieses Wasser aus der Ködeltalsperre, der ersten bayerischen Trinkwassertalsperre: "Die Bamberger waren die ersten Kunden, die 1975 aus der neuen Talsperre versorgt wurden", erinnert Heinz Köhler, Verbandsvorsitzender der FWO.


Ködeltalsperre ist wichtigster Versorger

Der jährliche Wasserabsatz der FWO hat sich mittlerweile auf 14 Millionen Kubikmeter pro Jahr vervielfacht. Wichtigstes Standbein ist nach wie vor die Talsperre nahe der Landesgrenze zu Thüringen: drei Viertel der Menge stammen aus dem Stausee im Ködeltal. Das Fernwasser für Bamberg, das im Wesentlichen in der Gartenstadt und in Bamberg-Ost aus dem Wasserhahn kommt, wird seit Ende der 90-er Jahre im Donau-Lech-Mündungsgebiet bei Genderkingen gewonnen. Es wird über eine Fernwasserleitung bis Bamberg transportiert und in der Kunigundenruh über den dortigen Trinkwasser-Hochbehälter in das Bamberger Wassernetz eingespeist.

Der Zukauf von Fernwasser ist eine wichtige Stütze für die Stadtwerke Bamberg, um die Versorgungssicherheit ihrer Kunden sicherzustellen. Hintergrund ist, dass durch den Klimawandel die seit jeher ungünstigen regionalen Rahmenbedingungen für die Grundwasserneubildung zusätzlich verschärft werden. Klimatologen prognostizieren längere Trockenphasen und kürzere und heftigere Niederschlagsereignisse. Gerade unter diesen klimatischen Rahmenbedingungen wird uneingeschränkte Trinkwasser-Verfügbarkeit für Wasserversorger zu einer immer größeren Herausforderung: "Hierbei soll zum einen die Sicherung und Ausweisung von Wassergewinnungsgebieten helfen, zum anderen die Schaffung von Speicherkapazitäten wie dem neuen Trinkwasserhochbehälter an der Altenburger Straße", so Oberbürgermeister Andreas Starke.


Geburtshelfer der FWO

Ferner ist Bamberg, wie Starke betonte, der Geburtshelfer der FWO gewesen. Auch wenn die Stadt heute nicht mehr der größte Wasserabnehmer des kommunalen Zweckverbandes ist - Bamberg wurde inzwischen von Bayreuth überholt. "Wir freuen uns aber, einen zuverlässigen Partner gefunden zu haben mit dem die Zusammenarbeit reibungslos funktioniert", unterstrich der Oberbürgermeister. Besonders da der Wasserversorger seit dem Jahre 1997 die Preise konstant gehalten hat.

Zum Jubiläum der Partnerschaft gibt es nicht nur Grund zur Freude: Mit Sorge beobachten die Wasserexperten in bestimmten Regionen Bayerns steigende Nitratwerte im Grundwasser.

"Alarmierend sind für uns die steigenden Nitratwerte im Grundwasser in bestimmten Regionen Bayerns", so Köhler. Um dem entgegenzuwirken sei der Gesetzgeber gefragt, mit einer Düngeverordnung geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen. Zudem brauche es in Bayern eine Ausweitung der Ausweisung von Schutzgebieten, in denen zum Schutz der Trinkwassergewinnung besondere Bestimmungen gelten. "Leider sind in Bayern nur rund fünf Prozent der Landesfläche als Wasserschutzgebiete ausgewiesen. Der Bundesdurchschnitt liegt hingegen bei rund 13 Prozent. Hier haben wir also noch Nachholbedarf", forderte Verbandsvorsitzender der FWO.