Das Amtsgericht in Haßfurt hat einen 28 Jahre alten, arbeitslosen Mann aus dem Maintal, der seine damalige Freundin einmal mit einem Handy beworfen und geschlagen, ein anderes Mal auf den Boden geschubst und getreten haben soll, zu einer Freiheitsstrafe von vier Monaten auf Bewährung verurteilt. Nach dem zweiten Vorfall war der Mann in die Psychiatrie in Werneck eingeliefert worden, weil offenbar Suizidgefahr bestand.

In der Nacht vom 17. auf den 18. November 2013 soll der Angeklagte seiner ehemaligen Freundin laut Anklageschrift ein Smartphone an den Kopf geworfen haben. Dabei habe das Opfer eine blutende Wunde im Gesicht und ein blaues Auge erlitten, hieß es. Zehn Tage später soll der 28 Jahre alte Mann seine Freundin dann erneut verletzt haben.
Diesmal habe er sie auf den Küchenboden seiner Wohnung geschubst und danach auf die liegende Frau eingetreten, lautete der Vorwurf weiter.

Gefährliches Wurfgeschoss

Die Anklage umfasste den Vorwurf der vorsätzlichen und gefährlichen Körperverletzung, weil ein Mobiltelefon laut dem örtlichen Sitzungsvertreter der Staatsanwaltschaft, Ilker Özalp, als gefährliches Wurfgeschoss zu werten sei.

Der Angeklagte behauptete, dass er sich an die Nacht des Handywurfs nicht erinnern könne. Er sei betrunken gewesen: "Ich hatte einen Filmriss. Wenn ich es war, tut es mir leid." Er habe nur noch im Kopf, dass irgendwann die Polizei und Sanitäter in die Wohnung gekommen seien und ihn mitgenommen hätten.

Am 28. November, zum Zeitpunkt der zweiten angeblichen Tat, will der 28-Jährige gar nicht mit seiner damaligen Freundin zusammen, sondern bei Freunden in Bayreuth gewesen sein. Das stimmte wohl nicht. Der Angeklagte räumte ein, während der angeblichen Tatzeiten Drogen konsumiert zu haben.

Mit der Vernehmung des mutmaßlichen Opfers kam Licht in die Sache: In der Nacht vom 17. auf den 18. November hätten sie - "wie so oft" - gestritten, sagte die 24-jährige Frau. Dann sei der Streit eskaliert und der Angeklagte habe sein Handy geworfen. Das Wurfgeschoss traf die junge Frau im Gesicht, sie erlitt eine "leicht blutende Wunde" an einer Augenbraue und einen Bluterguss. Bleibende Schäden hat sie nicht davongetragen. Die Polizei wurde jedoch nicht verständigt.

Die andere Tat

Am 28. November habe der Angeklagte sie dann in der Küche seiner Wohnung geschubst und nachgetreten, schilderte das Opfer weiterhin. Dabei habe er Turnschuhe getragen. "Ich verdränge die Sache", sagte die Frau der Richterin.

Die Verletzungen des Opfers sahen sich Richterin Ilona Conver und Rechtspfleger Ilker Özalp im Gerichtssaal an. Mehrere Blutergüsse und Schürfwunden waren darauf zu erkennen. Auch ein ärztliches Attest lag vor.

Schon vorbestraft

Die Anklageschrift sah Richterin Conver zum Abschluss der Verhandlung als weitgehend bestätigt an. Sie sprach den Angeklagten aber nicht der gefährlichen, sondern der einfachen Körperverletzung schuldig. Sie verhängte eine Freiheitsstrafe von vier Monaten auf Bewährung, auch muss der Verurteilte 400 Euro für gemeinnützige Zwecke zahlen oder 80 Stunden Arbeit verrichten. Der Täter war bereits drei Mal vorbestraft.