Auf was dürfen sich die Fans der Beatsteaks heute Abend besonders freuen? Und wer hat bei der erfolgreichen Popband die Hosen an? Bassist Torsten Scholz hat es uns im Vorfeld des Konzerts verraten.

Sie kamen erst im Jahr 2000 zur Band. Da gab es die Beatsteaks schon einige Jahre. Wie haben Sie ihren Weg zur Gruppe gefunden?
Torsten Scholz: Zu jener Zeit hatten die Beatsteaks bereits ihr erstes Album auf dem Markt. Als Fan kannte ich die Band aber fast von Anfang an. Eines Tages brauchten die Jungs einen Merchandiser und Backliner, da sie die Vermarktung bisher alleine gemacht hatten. Das war meine Stunde. So bekam ich einen Fuß in die Tür und hatte mich einfach nicht mehr rausdrängen lassen. Und als eines Tages der Bassist keine Lust mehr hatte und ausgestiegen war, wurde ich gefragt.
Da blieb mir dann nichts anders mehr übrig, als ganz einzusteigen (lacht).

Der Leadsänger der Band ist das markante Gesicht und die Stimme der Band. Ein Bassist hingegen sitzt da schon eher auf dem Schleudersitz und kann schnell ausgetauscht werden. Müssen Sie um ihren Platz in der Band bangen?
Bei uns ist das alles etwas anders. Als unser Schlagzeuger vor zwei Jahren schwer gestürzt ist und wir nicht wussten, ob er es überleben wird, war für uns klar: Wenn einem von uns etwas passiert oder er nicht mehr da ist, wird es die Band so nicht mehr geben.
Aber rein theoretisch bin natürlich auch ich ersetzbar. Aber ich kann mir vorstellen, dass die Band ohne mich dann so nicht mehr existent wäre. Denn wir machen inzwischen gemeinsam schon über 15 Jahre Musik. Dabei hat sich schon so eine Art von Freundschaft untereinander entwickelt. Klar wohnen wir nicht alle zusammen, aber dennoch kennen wir uns sehr gut. Wir vertrauen uns gegenseitig und akzeptieren auch die Schwächen oder Macken des anderen.

Wer hat bei den Beatsteaks die Hosen an? Oder anders gefragt: Wer entscheidet was?
Bei ein paar Sachen ist es ganz sicher unser Leadsänger Arnim. Er macht sich am meisten Kopf um das Bühnenbild oder die Setliste. Aber am Ende sitzen wir alle zusammen und überlegen, wie wir unsere Konzerte gestalten. Überhaupt sind wir sehr basisdemokratisch, besonders wenn es um geschäftliche Dinge geht.

Heutzutage ist Musikmachen ein hartes Geschäft geworden. Man braucht den Durchbruch und muss sich danach auf dem Markt behaupten. Dennoch haben Sie sich für die Musik entschieden. Was fasziniert Sie dabei am meisten?
Auch wenn es vielleicht jetzt etwas unglaubwürdig erscheinen mag, aber wir machen nicht Musik, um nur auf großen Bühnen zu spielen. Klar war es toll, Headliner beim Hurricane-Festival zu sein. Aber wir produzieren nicht irgendeine Musik, nur damit wir mehr Platten verkaufen. Ich kann bisher hinter jeder unserer Aktionen stehen. Wir haben einfach immer Musik gemacht und gemerkt, dass es funktioniert. Daher haben wir uns weiter Mühe gegeben. Aber in erster Linie haben wir so gespielt, dass es uns gefällt. Dass dies auch noch bei den Fans ankommt, ist natürlich toll. Denn damit können wir von der Musik leben.

Inzwischen hat die Band auch Filmgeschichte geschrieben und zahlreiche Auszeichnungen abgesahnt. Wie geht die Band mit dem Erfolg um? Und wie bleibt man dabei auf dem Boden?
Der Erfolg misst sich bei uns nicht anhand von Preisverleihungen, sondern wir werden an unseren Konzerten gemessen. Daher wollen wir auf allen Terminen unsere Fans nicht enttäuschen, sondern wollen ihnen auch etwas Besonderes bieten. Dazu machen wir uns viel Mühe. Zum Beispiel, dass wir im richtigen Licht stehen, den richtigen Sound haben und unsere Musik einfach passt. Allerdings ist es bei uns jetzt nicht so, dass wir von Reichtum überhäuft werden. Ich muss immer noch auf mein Geld achten und kann auch nach wie vor auf die Straße gehen, ohne dass ich an jeder Ecke gleich erkannt werde.

Lassen Sie uns ein wenig über Ihre Musik sprechen. Am Anfang hat die Band noch öfters auf Deutsch gesungen, jetzt nur noch Englisch. Warum?
Das stimmt so eigentlich nur bedingt. Natürlich war Englisch schon immer die Hauptsprache für uns, aber es gibt auf unseren Alben auch immer wieder deutsche Songs. Und warum wir auf englischsprachige Musik setzen? Vielleicht, weil wir alle mit englischsprachiger Musik aufgewachsen sind.

In welche musikalische Schublade könnte man die Band stecken?
Keine leichte Frage. Früher, denke ich, waren wir mehr in der Kategorie Hard und Heavy zu Hause. Eine zeitlang spielten wir schließlich mehr Independent. Und jetzt würde ich uns unter Rock und Pop einordnen. Zumindest nach der Definition, dass jede Band mit Bass, Gitarre und Schlagzeug eine Rockband im weitesten Sinne ist.

Auf was dürfen wir uns heute Abend in Bamberg freuen? Und warum müssen alle Bamberger unbedingt zum Konzert?
Es wird in erster Linie ein gutlauniges Konzert werden. Und wir haben auch einige Überraschungen am Start. Wir haben ferner tolle Songs, eine tolle Mannschaft, ein perfektes Licht und eine schöne Bühne im Gepäck. Zudem werden wir für viel gute Spaß und Unterhaltung sorgen.

Die Beatsteaks gastieren am Freitag, 5. Dezember, ab 20 Uhr in der Brose-Arena in Bamberg. Karten sind noch erhältlich unter anderem in den Geschäftsstellen und Servicepoints der Mediengruppe Oberfranken sowie an der Abendkasse.