Als gestern der doppelstöckige Bus vor dem Plärrergelände hielt und seine Türen öffnete, war die Freude der Fahrgäste riesig. Denn statt in den Werkstätten der Lebenshilfe zu arbeiten, stand bei ihnen ein dreistündiger Rummelbesuch auf dem Programm. Die meisten der Ausgestiegenen wollten dann auch gleich losstürmten und zielstrebig auf die Autoscooter zusteuern. Zuvor jedoch bekamen sie von den Schaustellern eine ganz besondere Eintrittskarte: ein Lebkuchenherz. Mit diesem um den Hals mussten sie bei den Fahrgeschäften nicht erst lange an der Kasse anstehen, um Fahrchips einzukaufen, sondern sie konnten gleich lossausen - und das Ganze völlig umsonst.

Alle Stände machen mit

Möglich gemacht hatten diese Aktion die Bamberger Schausteller und Marktkaufleute sowie die Sparkasse Bamberg, die die Lebkuchenherzen finanziert hatte.
"Es ist bereits das siebte Mal, dass wir in dieser Größenordnung Menschen mit Handicaps zu uns auf den Plärrer einladen, um ihnen ein paar vergnügliche Stunden zu bereiten", erläuterte Schausteller Reimund Meister, der den Aktionstag federführend organisiert hatte. Denn es würde den Schaustellern immer sehr viel Freude bereiten, wenn sich wie dieses Jahr rund 1000 glückliche Menschen auf dem Plärrer vergnügen. Daher haben sich laut Meister auch alle der Schausteller bereit erklärt, ihre Fahrgeschäfte den behinderten Menschen kostenlos zur Verfügung zu stellen. Aber auch die anderen Essens- und Spielstände hätten verbilligte Preise angeboten.
"Wir bieten mittlerweile seit 20 Jahren für Menschen mit Behinderungen einen besonderen Aktionstag an", schilderte auch Georg Fischer, Vorsitzender der Bamberger Marktkaufleute und Schausteller. Allerdings habe man hierzu bis vor rund sechs Jahren meist immer nur einzelne Gruppe eingeladen. Mittlerweile laden die Schausteller zum Frühjahrsplärrer weit über 30 Organisationen ein, die Menschen mit Handicaps betreuen. "Was gibt es Schöneres, als während dieses Tages in strahlende Augen zu blicken? Da verzichten wir Schausteller schon mal gerne drei Stunden lang auf unsere Einnahmen", sagte Fischer.
Und wie viel Spaß die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen hatten, zeigten beispielsweise Celina (9) und Katharina (6) von der Ferienbetreuungsgruppe des Katholischen Bildungszentrums. Unisono erklärten sie, während sie auf den Rücken zweier Pferde ritten: "Es hat riesigen Spaß gemacht und war ein echt tolles Ferienerlebnis. Schade, dass die drei Stunden so schnell vergangen sind." Am meisten hatte den beiden Mädchen neben dem Reiten die Fahrten mit den Autoscootern gefallen. Überhaupt waren scheinbar die Autoscooter gestern der große Renner: denn die drei Stunden stand nicht ein einziges der Fahrzeuge still.