Bis ins Jahr 1726 lässt sich die Baugeschichte des Schlosses Burgellern zurückverfolgen. Damals berichtete Dompropst Marquard Wilhelm von Schönborn brieflich über seinen Umbau des Schlosses. Beim Kauf des Schlosses 2005 durch die Hoteliersfamilie Kastner war von der einstigen Pracht allerdings kaum mehr etwas geblieben: Nach Sanierungsstau und 13 Jahren Leerstand bot sich das Schloss den neuen Besitzern als relativ triste Immobilie.

Aber der Mut zur Übernahme des Denkmals machte sich doch bezahlt: Unter Teppich- und Kleberschichten wurden in den Jahren der Sanierung und Restaurierung des Schlosses von 2007 bis 2009 Holzschmuckfußböden wiederentdeckt, freigelegt und restauriert. Beeindruckend sind vor allem die Parkettböden im ersten Geschoss des Schlosses, die von der qualitätvollen historischen Ausstattung zeugen: Hier sind Diamantmotive mit räumlicher Wirkung in die Schnittpunkte der quadratischen Parkettfelder gesetzt. Am Tag des offenen Denkmals wird die Kunsthistorikerin Birgit Kastner nicht nur diese kunstvollen Arbeiten vorstellen, sondern auch andere Juwelen der Kunstschreinerei aus dem 18. und 19. Jahrhundert.

Bei der Erweiterung und Umgestaltung des Schlosses unter den Brüdern Carl Theodor und Friedrich Carl von Buseck zwischen 1830 und 1850 erhielt das Schloss spätklassizistische Furnierböden mit reichem Ornament. Neben dem Sternparkett im ehemaligen Pompejanischen Salon faszinieren hier vor allem die erst 2011 freigelegten Holzmosaik-Intarsienparkette der Treppenabsätze. Stefan Grimm von der Bundesfachgruppe der Parkettrestauratoren bestätigte die Einzigartigkeit dieser Kunstschreiner-Arbeit für die hiesige Region: Das Puzzle aus den etwa zwei und vier Quadratzentimeter kleinen Furnierstücken in Ahorn- und Nußbaumholz wurde in filigraner Kleinarbeit gereinigt, nachgebessert und an Fehlstellen ergänzt.

Mit einem Infostand und einem Vortrag zur Parkettrestaurierung in Schloss Burgellern um 14 Uhr wird Stefan Grimm als Ansprechpartner vor Ort sein. Auch die kleinen Meister sollen dabei nicht zu kurz kommen: Sie dürfen sich an Laubsägearbeiten versuchen.

Führungen zu den Holzschmuckfußböden in den sonst nicht öffentlich zugänglichen Bereichen des als Hotel genutzten Schlosses bietet Birgit Kastner ab 11 Uhr ganztägig an. Ergänzt werden diese Ausführungen durch einen Vortrag um 15.30 Uhr.

Um 11 Uhr und um 12 Uhr führt die Landschaftsarchitektin Stefanie Donner unter dem Motto "Lebendiges Holz - Heimische und historische Gehölze" durch den Schlosspark.

Moderne Holzschnitte


Bundesweit findet der "Tag des offenen Denkmals" heuer zum 20. Mal statt. Seit 1993 gelingt es der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, mit der jährlichen Aktion auf Denkmäler aufmerksam zu machen und für den Denkmalschutz zu sensibilisieren. Das offizielle Programm ist im Internet unter www.tag-des-offenen-denkmals.de abrufbar. Mit Suchfunktionen und Routenplaner kann die persönliche Entdeckungstour geplant werden.

Nicht zu vergessen: In der Kaminlounge, im ersten Obergeschoss, werden moderne Holzschnitte des Burgellerner Künstlers Horst Hanke zu sehen sein. Hankes abstrakte Arbeiten entlocken dem Medium Holz geometrische und organisch gewundene Ornamente. Experimentelle Serien spielen mit Farbvariationen und Farbschichten.
Hanke lebt und arbeitet in einem malerischen Bauensemble, einem historischen Wohnstallhaus, an der Ecke gegenüber dem Schloss. bka