Bamberg
Jubiläum

Der Kaiserdom wird 1000 Jahre alt

Am 6. Mai 1012 wurde der Heinrichs-Dom geweiht. Schon ein Jahr vor dem Jubiläum steht das Festprogramm. Erzbischof Ludwig Schick stellte es jetzt der Öffentlichkeit vor.
Der Erzbischof und "sein Dom", von den Domterrassen aus fotografiert Foto: Ronald Rinklef
"So prächtig, wie es sich für den höchsten König gebührt" fiel vor 1000 Jahren die Weihe des Bamberger Domes aus. Zu diesem Festakt hatte König Heinrich II. am 6. Mai 1012 die Großen des Reiches und 40 Bischöfe nach Bamberg geladen. Diese damalige Festivität soll 2012 exakt am 6. Mai eine Neuauflage finden, zwar ohne König und sonstige Staatsoberhäupter und auch nicht prunkvoll. Doch zumindest die Nachfolger der einstigen Bischöfe sind eingeladen: "Wir haben schon Zusagen", freut sich Erzbischof Ludwig Schick.

Jetzt stellte er vor Journalisten das Jubiläumsprogramm vor: einen bunten Reigen an Sonderausstellungen, Aktionen für alle Altersklassen, Wallfahrten aus den Regionen des Erzbistums zum Dom, Buchprojekten, Konzertreihen, speziellen Führungen oder ökumenischen Akzenten. "Die ganze Bevölkerung soll mitfeiern", wünscht auch Domvikar Norbert Jung, bei dem als Bischöflicher Beauftragter für das Domjubiläum die organisatorischen Fäden zusammen laufen. Jung spricht angesichts der Negativschlagzeilen über die Kirche von der Chance, während des Jubiläumsjahres "Kirche plausibel zu machen und ihre Inhalte an die Besucher zu bringen". Der Domvikar führt dabei zum Beispiel die zeitgleiche Landesgartenschau an, auf der die Kirche mit dem "Gottesgarten der Religionen" vertreten ist.

Ein "Haus der Menschen"


Der Kaiserdom gehört bekanntlich zum Weltkulturerbe und zählt zu den berühmtesten Sakralbauten Deutschlands. Jährlich lockt er eine Million Touristen an. Erzbischof Schick hat jedoch die Kathedrale weniger als touristisches Highlight im Blick. "Der Dom soll ein herausragendes Bauwerk sein", aber nicht nur durch die Kunst und Architektur, sondern als Hinweis auf Gott. Der Erzbischof deutet das Jubiläumsmotto "Dem Himmel entgegen": "Der Dom soll auf Gott verweisen, der die ganze Menschheit für den Himmel in Ewigkeit bereiten will." Die Kathedrale sei "Haus und Wirkungsort Jesu Christi". Und der Bischofsstuhl darin der Ort, wo der Bischof als Nachfolger der Apostel "spricht, lehrt, verkündet, ermahnt und ordnet". Ferner sei der Dom das "Haus der Menschen". Die Menschen sollten sich im Dom zu den Gottesdiensten versammeln und "dem Himmel entgegen" immer wieder eingestellt werden. Gerade wer durch Haupteingang, das Fürstenportal, gehe, erhalte eine wichtige Mahnung, so Schick. Das Letzte Gericht zeige, dass der, der "dem Himmel entgegen" gehen wolle, zu Lebzeiten vor allem in der Liebe zu den Nächsten leben müsse. "Kein leichter Morgenspaziergang für uns Christen", räumt der Erzbischof ein.

Dieser Heinrichs-Dom wurde in Form einer flach gedeckten, dreischiffigen Säulenbasilika gebaut. 1081 beschädigte sie ein Brand. Zunächst erfolgten nur notdürftige Reparaturen. Erst unter dem später heilig gesprochenen Bischof Otto I. (1102-1139) gelang eine umfangreiche Erneuerung. Doch auch der Otto-Dom wurde durch Feuer verwüstet. Unter Bischof Ekbert von Andechs-Meranien (1203-1237) entstand ein Neubau mit größeren Ausmaßen: der heutige Dom. An den ursprünglichen, vor bald 1000 Jahren geweihten Dom, erinnert nur noch Weniges, vor allem die Reste der ehemaligen Westkrypta in der heutigen Bischofsgrablege.

Freistaat trägt die Baulast


Eigentümer des Domes ist das Bamberger Metropolitankapitel, das die Kathedrale aber nicht unterhalten muss. Der Freistaat Bayern trägt die Baulast. Dafür wird das Erzbistum aber das Domjubiläum überwiegend aus eigenen Mitteln bestreiten: 500 000 Euro weist dafür der Etat aus, wie der erzbischöfliche Finanzdirektor, Prälat Herbert Hauf, erklärt.

Zum Domjubiläum gibt es einen Internetauftritt: www.dem-himmel-entgegen.de.
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