Die Lokalredaktion des Fränkischen Tags geht wieder einmal auf Tournee: Am Dienstag Abend ab 19 Uhr lässt sie gemeinsam mit der Gemeinde in der Schulturnhalle unter dem Motto "Der FT bei uns" einen bunten Heimatabend steigen. Bei der Organisation gab es tatkräftige Unterstützung von der Gemeinde und den beiden Bürgermeistern, wofür die Redaktion schon an dieser Stelle Dank sagt.

Das Programm gestalten junge und ältere Frensdorfer selbst: mit Musik, Theater und jeder Menge Überraschungen. Für die Bewirtung mit kleinen Gerichten und Getränken sorgen die Vereine "Klangfarben" und "Naturbadesee" . Wie immer bei den "Vor-Ort-Veranstaltungen" ist der Eintritt frei. Einen ausführlichen Bericht über diesen Abend in Frensdorf finden unsere Leser am Donnerstag, 28. Juni, in unserer Zeitung.

Wenn es einen "Gefällt-mir"-Button für Bauwillige im Landkreis Bamberg gäbe: Die Gemeinde Frensdorf hätte gute Chancen, den nach oben zeigenden Daumen für sich zu gewinnen. Knapp 5000 Einwohnern hat die südlich von Bamberg im Tal der Rauhen Ebrach liegende Gemeinde im Moment. Dabei wird es aber nicht bleiben: Die Einwohnerstatistik kennt seit langem nur eine Richtung, nämlich die nach oben. Bürgermeister Jakobus Kötzner und sein Vize Norbert Neundorfer sind darauf sichtlich stolz.


Die ideale Lage



Die geografische Lage an den östlichen Ausläufern des Steigerwalds ist ihr wichtigster Verbündeter. Nur zehn Kilometer von der "Boomtown" Bamberg entfernt und sechs Kilometer vom Klinikum am Bruderwald ist Frensdorf eine beliebte Wohngegend für Menschen geworden, die in Ruhe im Grünen leben und bei Bedarf trotzdem schnell in der Stadt sein möchten.

Die Beliebtheit von Frensdorf lässt sich einerseits am guten Verkauf der Bauplätze ablesen: Besonders das neue Baugebiet Kerntner-Feld erfuhr in den letzten Monaten großen Zuspruch. Andererseits spricht die Bevölkerungsstatistik mit heute schon 5000 Einwohnern eine deutliche Sprache.

Weitere gute Gründe für die Beliebtheit von Frensdorf sind neben der Nähe zur Stadt Bamberg die schöne Landschaft, die Gastlichkeit und zu guter Letzt zwei echte Attraktionen: das Bauernmuseum im alten Fischerhof und der "nagelneue" Naturbadesee, der am 1. Oktober 2011 eröffnet worden ist.


Museum im ehemaligen Bauernhof



Das seit 1984 existierende Museum ist ein liebevoll renovierter alter Bauernhof mit Garten. Dort können Besucher das harte Bauernleben vergangener Zeiten kennenlernen, aber auch selbst aktiv werden: Für Kinder und Schulklassen gibt es ein museumspädogisches Programm, und in den Ferien locken interessante Spiel- und Lern-Angebote. Außerdem hat die Trachtenberatung Oberfranken im Bauernmuseum ihren Sitz. Sie tritt unter anderem mit Nähkursen und dem seit 2008 in Frensdorf veranstalteten Trachtenmarkt öffentlichkeitswirksam in Erscheinung. Leiterin Birgit Jauernig kümmert sich mit Leidenschaft um die Trachtenerneuerung und entwickelt zusammen mit ihrem Team aus den regionalen historischen Trachtenformen einen zeitgemäßen Kleidungsstil.

Zusätzlich an Attraktivität gewonnen hat das Museum - und der ganze Ort - in den letzten Jahren durch die Wiederbelebung des direkt benachbarten Gasthauses Schmaus und der Renovierung des großen Saales. "Ein Heimatmuseum im besten Sinn", schwärmen Kenner.

Das bäuerliche Leben existiert in Frensdorf aber nicht nur im Museum, sondern auch in Wirklichkeit. Rund 70 landwirtschaftliche Betriebe gibt es noch. Auf 2000 Hektar Fläche wird Ackerbau betrieben. Auch die derzeit wohl prominenteste Frensdorferin kommt aus dem Bauernstand: Erst vor wenigen Monaten wurde Anneliese Göller aus Wingersdorf zur Landesbäuerin gewählt. Von heute bis zum Donnerstag vertritt sie die Interessen der bayerischen Bauern beim Deutschen Bauerntag in Fürstenfeldbruck. Weitere Arbeitsplätze gibt es in mehreren Handwerksbetrieben unterschiedlicher Branchen sowie bei Dienstleistungs- und Einzelhandelsunternehmen.


Über 300 Gewerbetreibende



Die Gemeinde zählt über 300 Gewerbetreibende; große Industriebetriebe gibt es leider nicht. Kötzner sieht Frensdorfs Stärke als Wohngemeinde im Grünen mit intakter Natur und hoher Lebensqualität, die besonders junge Familien anzieht. Was ihn außerordentlich freut: Frensdorf ist eine Gemeinde mit überdurchschnittlich vielen Kindern und Jugendlichen: 19 Prozent aller Einwohner sind jünger als 16 Jahre. Die besondere Herausforderung, die daraus erwächst, nehmen die beiden Bürgermeister und der Gemeinderat gerne an: Für die jüngsten Frensdorfer wird gerade ein 3,3 Millionen Euro teures neues Kinderhaus für drei Krippengruppen, sechs Kindergartengruppen und einer Hortgruppe gebaut. Dort wird nach der Reggio-Pädagogik unterrichtet werden. Highlights im Kinderhaus werden das Kinderrestaurant und die neuen Räume der Gemeindebücherei sein. Ende des nächsten Jahres soll alles fertig sein.

Die Frensdorfer Schulkinder besuchen die dreizügige Grundschule oder die einzügige Mittelschule. In ihrer Freizeit können die Älteren unter ihnen einen der insgesamt fünf Jugendtreffs besuchen, die es in den verschiedenen Ortsteilen gibt. Als Ansprechpartner für die jungen Leute steht Jugendsozialarbeiter Andre Leipold bereit.


Behindertenwohnheim entsteht



Die Gemeinde fasst ihre Verpflichtung gegenüber der Gesellschaft aber noch weiter: So entsteht in Frensdorf in Kürze ein Behindertenwohnheim der Lebenshilfe Bamberg. Die Einrichtung wird im ehemaligen Entbindungsheim St. Marien ihren Platz finden. Vor gut einem halben Jahrhundert war das privat betriebene Marienheim seinerseits eine Besonderheit für eine Landgemeinde. 188 Buben und Mädchen wurden ab 1961 dort geboren und haben deshalb ihr Leben lang den Gemeindenamen Frensdorf als Geburtsort in Personalausweis und Reisepass stehen. Zu der erlesenen Schar gehören die Bürgermeister Kötzner und Neundorfer.

Um Freizeit und Ferien zu genießen und sinnvoll zu gestalten, brauchen die Frensdorfer keine weiten Wege in Kauf nehmen: Es gibt Spiel- und Bolzplätze, 50 Vereine, ein großes Sportangebot und Radwege in alle Richtungen. Für Entspannung, Gemütlichkeit und Genuss gibt es Brauereien, Gaststätten und Bierkeller. Der Clou allerdings ist seit letztem Jahr der idyllisch gelegene Naturbadesee mit seinem großem Sandstrand. Wer trotzdem einmal weg muss und kein Auto hat: Vier Buslinien des VGN-Verkehrsverbundes Großraum Nürnberg bringen die Frensdorfer in die Städte und größeren Gemeinden der Umgebung.


Daten und Fakten zu Frensdorf:




Kleinzentrum: 5000 Einwohner leben auf einer Fläche von 44 Quadratkilometern. Zu Frensdorf gehören die 13 weiteren Gemeindeteile Abtsdorf, Birkach, Ellersdorf, Herrnsdorf, Hundshof, Lonnershof, Obergreuth, Rattelshof, Reundorf, Schlüsselau, Untergreuth, Vorra und Wingersdorf.

Infrastruktur: Frensdorf, an den östlichen Ausläufern des Steigerwalds gelegen, hat auf Gemeindegebiet alle notwendigen gemeindlichen, kirchlichen und schulischen Einrichtungen, dazu Geschäfte, Arztpraxen, Bankfilialen, drei Brauereien und etliche Gasthäuser. Eine Vielzahl an Vereinen gestaltet das sportliche und gesellschaftliche Leben.

Geschichte:
Vermutet wird, dass der Ort zwischen 750 und 900 nach Christus an einem Kreuzungspunkt wichtiger Handelswege entstanden ist. Die erste urkundliche Erwähnung ist aus dem Jahre 1139 überliefert. Frensdorf war immer wieder Zankapfel zwischen dem Bamberger Bischof und dem Burggrafen von Nürnberg. Mehrfach ging der Ort in Flammen auf.

Besonderheiten:
Die Gemeinde beherbergt das Bauernmuseum des Landkreises in einem alten Bauernhaus und wartet mit vielen Möglichkeiten für die Freizeitgestaltung auf, darunter mit einem eigenen Badesee.