Die ersten Dauergäste hat die Landesgartenschau bereits vor der offiziellen Eröffnung am 26. April. Es sind Hunderte von Saatkrähen, die sich mehrmals in der Woche über die frisch gepflanzten Tulpen- und Narzissenzwiebeln hermachen. "Die Bamberger Saatkrähen", bemerkt die Gartenschau-Chefin Claudia Knoll, "sind deshalb nicht ganz unproblematisch, weil sie besonders intelligent sind und sich beim Plündern des Rollrasens sogar gegenseitig unterstützen".

Doch auch für die menschlichen Gäste wird der Tisch auf dem Gartenschaugelände immer gut gedeckt sein. Dafür soll Matthias Polster, Inhaber eines Catering-Services in Lichtenstein in Sachsen, sorgen. Polster wurde unter vier (nicht aus der Region stammenden) Bewerbern ausgewählt, weil er sich bei vergleichbaren Großereignissen empfohlen hat. So ist Polster seit Jahren Caterer beim Biathlon-Weltcup in Oberhof . Er bewirtete unter anderem auch die Besucher der 2011 in Koblenz stattfindenden Bundesgartenschau. Sie wurde von 3,5 Millionen Menschen besucht. So viele Menschen werden die Erba wohl nicht stürmen, dennoch weiß Claudia Knoll, wie wichtig die gastronomische Versorgung ist: "Mit dem Wirt steht und fällt eine Gartenschau."

Das fängt damit an, dass die Küche auf der Erba in der Lage sein muss, abhängig vom Wetter und von der Ankunft der Busse in kurzer Zeit Tausende von Menschen ohne Wartezeiten und Qualitätseinbußen zu bedienen. Und es geht weiter mit der Qualität. Damit in Bamberg nichts anbrennt, will Polster überwiegend Produkte aus der Region verarbeiten und auch typisch fränkische Spezialitäten wie Schäuferla oder Sauerbraten auf die Speisekarte nehmen. Das Preisniveau soll sich an ortsübliches Niveau angleichen. "Unsere Speisen kosten zwischen fünf und 15 Euro." Auch das Personal wird aus der Region kommen. Polster will für Küche und Service rund 100 Mitarbeiter einsetzen. Sie sollen in den nächsten Tagen eingestellt werden.

Nicht nur die fränkischen Gäste werden es zu schätzen wissen, dass bei der Landesgartenschau in Bamberg nur Bamberger Bier in den Krug kommt und keine Erzeugnisse von Großbrauereien wie häufig bei Großveranstaltungen. Ein opulentes Angebot von Gerstensaft aus sechs Brauereien der Domstadt wurde am Dienstag bereits vorgestellt, ohne allerdings Preise zu nennen. Doch die Landesgartenschaumacher haben versprochen, sich auch beim Bier an das ortsübliche Niveau zu halten: Das Seidla, unter anderem zu haben in einem "Bamberger Biergarten" mit 1000 Plätzen, soll erschwinglich bleiben.

Knapp 100 Tage vor dem Beginn der Schau sind die Macher zuversichtlich, dass die Restarbeiten in den nächsten 14 Wochen erledigt werden können. Es gibt keinen besonderen Zeitdruck, wozu auch der Verlauf des milden Winters beigetragen hat. Wenig ist es dennoch nicht, was auf dem Erba-Gelände noch zu tun ist. Dort wo sich im April die Hauptgastronomie mit großem Zelt und Biergarten befinden soll, türmen sich zur Zeit noch Schuttberge. Noch fehlen auch die Pavillons der Ausstellungspartner und wichtige Teile der Infrastruktur wie Kassenhäuschen, Gärtnermarkt und die Restaurants an der Inselspitze, im Kleingartenverein und am Weidenufer.

Im März soll ebenfalls am Weidenufer die große Blumenhalle aufgestellt werden, in der bis Oktober 14 Blumenschauen zu bestaunen sind. Den letzten gestalterischen Schliff erhält das Erba-Gelände dann im April, wenn noch einmal Tausende Frühjahrsblüher in die Staudenbeete entlang der Wege gesetzt werden. Knoll: "Wir werden auf jeden Fall rechtzeitig fertig und pünktlich zur Eröffnung wird ein Blütenmeer die Besucher empfangen."
Doch die 10,7 Millionen Euro teuere Durchführung der Landesgartenschau ist nur die eine Seite der Medaille, die andere ist das, was auf der Insel und im Rest der Stadt davon bleibt. Wie Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) sagte, ist es Bamberg als erster bayerischer Stadt gelungen, die Eigenbeteiligung in Höhe von 18,3 Millionen Euro bereits 2012 aufzubringen. Er bezeichnete die Landesgartenschau als eine Großveranstaltung, die man ideal mit nachhaltiger Stadtentwicklung verbinden könne. "Nach der Landesgartenschau werden wir die Früchte dauerhaft ernten", versprach Starke.