Dass die Schließung aus wirtschaftlichen Gründen notwendig sei, wie der Inhaber sagt, können sie bisher nicht nachvollziehen.

Die Gewerkschaft Verdi hatte nach eigenen Angaben noch keine Gelegenheit, die wirtschaftlichen Zahlen des Bamberger Kaufhauses Honer zu prüfen. Die Notwendigkeit einer Schließung, wie sie vom Inhaber behauptet wird, "ist für uns bis zum heutigen Tag noch nicht nachvollziehbar", sagt Gewerkschaftssekretär Hilmar Müller.

Müller ist im Verdi-Bezirk Oberfranken-West für den Einzelhandel zuständig und vertritt den Betriebsrat des alteingesessenen Bamberger Kaufhauses, seit bekannt wurde, dass es geschlossen werden soll. Inhaber Franz Josef Honer plant die Aufgabe des Familienunternehmens im Lauf des Jahres. An seiner Begründung, die Geschäfte seien nicht mehr rentabel, hegen Betriebsrat und Verdi jedoch Zweifel.

Wie der Gewerkschaftssekretär mitteilte, seien die von Seiten des Arbeitgebers bei einer Besprechung im Januar zugesagten Unterlagen erst verspätet an den Sachverständigen der Arbeitnehmerseite übermittelt worden. Mit einer abschließenden Bewertung zur wirtschaftlichen Lage des Kaufhauses rechnet er daher nicht vor Mitte März.

Bei der jüngsten Gesprächsrunde in dieser Woche waren sich laut Müller beide Seiten einig, dass Kündigungen nach Möglichkeit vermieden werden sollen. "Sollte es nicht gelingen, die Geschäftsleitung davon zu überzeugen, das Kaufhaus fortzuführen, soll zumindest der Versuch unternommen werden, Weiterbeschäftigungsmöglichkeiten bei einem etwaigen Nachmieter zu schaffen", sagt Müller. Bei Honer stehen ungefähr 60 feste Arbeitsplätze auf dem Spiel. Eine junge Frau kann ihre Ausbildung bei der Stadt Bamberg fortsetzen.