Im Jubiläumsjahr 2012 - der Bamberger Bayern hafen feierte vergangenes Jahr seinen 50. Geburtstag - konnte der Hafen seinen Gesamtgüter überschlag nahezu auf Vorjahresniveau halten. Per Schiff, Bahn und Lkw wurden in Bamberg fast 2,8 Millionen Tonnen umgeschlagen. "Das sind lediglich 1443 Tonnen weniger als im Vorjahr. In Prozent ausgedrückt wären es gerade einmal 0,05 Prozent, bilanzierte Alexander Ochs, Prokurist der Bayernhafen Gruppe.

Im Einzelnen wurde der Schiffsgüterumschlag um 2,9 Prozent auf insgesamt 305 513 Tonnen gesteigert. Den größten Anteil, den die Binnenschiffe transportierten, haben mit 98 828 Tonnen land- und forstwirtschaftliche Erzeugnisse, gefolgt von Düngemitteln (76 338 Tonnen) und Steinen (67 593 Tonnen).

Die Bilanz, so betonte der Prokurist, sei umso beeindruckender, da auch letztes Jahr die Binnenschifffahrt mit Eis zu kämpfen hatte und an 20 Tagen im Januar und Februar die Schifffahrt am Main-Donau-Kanal eingestellt werden musste. Zudem ruhte im April die Schifffahrt um weitere drei Tage aufgrund von Instandhaltungsmaßnamen. "Dennoch konnte die Binnenschifffahrt stark aufholen und am Ende sogar noch ein Plus bei der Schiffsfracht herausholen", schilderte Ochs.

Ferner wurden im vergangenen Jahr rund 560 000 Tonnen an Gütern mittels Zug und Schiff umgeschlagen. Gäbe es den Hafen nicht, so berichtete Alexander Ochs, würden täglich 65 Lastkraftwagen mehr auf den Straßen unterwegs sein. Allerdings habe der Bahngüterumschlag im Vergleich zu 2011 um 4,8 Prozent abgenommen. Rückläufig hier war besonders das Frachtaufkommen von Öl - ein Gut, das wie Düngemittel, Schrott und Hausmüll per Bahn transportiert wird.

Ausgesprochen positiv hingegen hat sich nach Auskunft der Bayernhafen Gruppe der kombinierte Verkehr entwickelt. Also jene Transportart bei der mindestens zwei der drei Verkehrsträger Schiff, Bahn und Lkw miteinander kombiniert werden, ohne dass dabei das transportierte Gut das Transportgefäß gewechselt habe.

"Im kombinierten Verkehr stehen alle Zeichen auf Wachstum. Wir konnte hier letztes Jahr eine Steigerung von 29 Prozent erzielen", freute sich Alexander Ochs. Per Container beispielsweise transportiert werden in Bamberg Pianos und Kontrabässe fürs Musikhaus Thomann oder Spezialmalze von Weyermann. Rund 220 Container an Malz schickt die Bamberger Mälzerei monatlich an Kunden in der ganzen Welt. "Die Container werden bei uns mit dem Lastwagen abgeholt und vom Hafen Bamberg aus mit der Bahn in die Nordseehäfen Bremen oder Hamburg transportiert. Von dort aus gehen diese dann nach Übersee", erläuterte Werner Hornung, Logistikleiter bei der Firma Weyermann.

Weiterhin im Aufwärtstrend ist auch die Personenschifffahrt. Insgesamt 578 Flusskreuzfahrtschiffe mit etwa 90 000 Passagieren gingen 2012 im Bamberger Hafen vor Anker. Das ist ein Plus von 12,5 Prozent. Jeder dieser Touristen lasse im Durchschnitt am Tag 30 Euro in Bamberg. Hochgerechnet ergibt sich eine Kaufkraft von rund drei Millionen Euro im Jahr. "In den letzten vier Jahren ist die Anzahl der Flusskreuzfahrtschiffe durchschnittlich jährlich um zehn Prozent gewachsen", berichtete Alexander Ochs. Er gehe daher davon aus, dass man dieses Jahr die Schallmauer von 600 Personenschiffen erreichen werde, sagte er.

Der Bamberger Hafen sei aber auch ein Jobmotor. So würden laut dem Prokuristen Ochs alleine im Bamberger Hafen und den dort angesiedelten 75 Firmen 1800 Beschäftigte arbeiten. Hinzu kämen weitere 4000 hafeninduzierte Arbeitsplätze in der Region. "Wir, aber auch unsere angesiedelte Unternehmen, haben letztes Jahr mit 9,3 Millionen Euro kräftig investiert. Damit haben wir alle ein klares Bekenntnis zum Standort Bamberg abgelegt", resümierte Ochs. Diese Investitionen würden auch dieses Jahr fortgesetzt. So plane alleine die Bayernhafengruppe in Bamberg rund 1,3 Millionen Euro im Bereich der Umschlaganlagen zu investieren.