Hollfeld
Grabung

Das Spital hat kein Fundament

Am Hollfelder Spitalplatz wird gebaut. Zwei Archäologen untersuchen derzeit den Untergrund unter dem Spitalgebäude
Archäologie-Student Niels Löchner und Archäologin Ulrike Wilde untersuchen das Fundament des Hollfelder Spitalgebäudes. Foto: Leikam
Seit Anfang dieser Woche überwachen die Archäologin Ulrike Wilde und der Archäologie-Student Niels Löchner die Baustelle in Hollfeld am Spitalplatz. Vom Landesamt für Denkmalpflege wurde eine so genannte Grabungsgenehmigung erwirkt. Im Zuge dieser Grabung wird festgestellt, wie sich die einzelnen Erdschichten im Bereich des Spitalgebäudes aufbauen. Neben kleinen Ton- und Scherbenfunden werden auch die Schichten des Erdreiches aufgenommen und archiviert.

Bei den Erdaushubarbeiten im Bereich des Spitalgebäudes hatte man festgestellt, das das gesamte Gebäude kein Fundament besitzt und - so wie im Volksmund behauptet wird -"auf Dreck sitzt". Um die Standfestigkeit und des Gebäudes in Zukunft zu sichern und Rissbildungen zu vermeiden, wurde einer Unterfangung vom Statiker gefordert. Hier werden ca 1,5 Meter tiefe Gräben entlang des Mauerwerkes ausgehoben und mit Beton und Stahl aufgefüllt.

Ulrike Wilde hat nach den ersten Befunden festgestellt, dass das Gebäude auf einer sogenannten Meerkreideschicht steht, die sehr tragfähig ist. An einer anderen Stelle wurden erhebliche Mengen an Auffüllmaterial gefunden. Zwischen den Erdschichten wurden auch Tonscherben entdeckt. Diese sind nach Aussage der Archäologin sehr wichtig, um Aufschluss über die frühere Besiedellung des Spitalplatzes zu erhalten. Die Grabungen liefen im Einvernehmen mit den Bauarbeiten, sagte Ulrike Wilde. Somit seien zumindest derzeit keine Bauverzögerung zu erwarten.
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